Die Pflegeversicherung bleibt eines der umstrittensten Projekte der deutschen Sozialpolitik. Die tatsächlichen Leistungen erscheinen zu eng bemessen, die Pflegepflichtversicherung bleibt eine "Teilkaskoversicherung" ein Grossteil der Pflegemittel muss aus eigenen Mitteln finanziert werden. Sind diese nicht vorhanden, muss der Sozialhilfeträger einspringen, ein Gang zum Sozialamt im Alter ist keine besonders erfreuliche Aussicht. Dieses Szenario wird im Kontext der demographischen Entwicklung besonders erschreckend, denn es wird mit einer drohenden Überalterung der Gesellschaft auch mehr Pflegebedürftige geben. Zeitgleich ist ein Rückgang der jüngeren beitragzahlenden Berufstätigen zu verzeichnen. Die Folge wird sein, dass die Leistungen der Pflegeversicherung gekürzt werden bei gleichzeitiger Beitragssteigerung.
Kostensteigerungen im Gesundheitswesen sowie eine allgemeine Kostensteigerung wurden noch nicht einmal berücksichtigt. Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung sind heute noch die gleichen wie 1995.
Zwar kann bei einer allgemeinen wirtschaftlichen Entspannung davon ausgegangen werden, dass bei einem steigenden Bruttosozialprodukt mehr und höhere Beiträge eingezahlt werden und damit die staatliche Sozialversicherung entlastet wird, dies ist jedoch eine ungewisse Aussicht, so dass jeder eigenverantwortlich vorsorgen muss.
Weiter ist mit einer kontinuierlich steigenden Lebenserwartung zu rechnen, es muss davon ausgegangen werden, dass dadurch auch die Dauer der Pflegebedürftigkeit ansteigt. Im Gegensatz zur öffentlich wirksamen Debatte über die Rente ist die Problematik der Pflegeversicherung noch nicht in ein tieferes Bewusstsein gedrungen, zumal es offensichtlich auch von den Beitragsbelastungen her nicht möglich ist, für Alle eine umlagefinanzierte kostendeckende Pflegeversicherung als fünfte Säule des staatlichen Sozialversicherungssystems zu schaffen.
Das Bundesministerium für Gesundheit legt im Abstand von drei Jahren einen Bericht über die Entwicklung der Pflegeversicherung vor. 2004 wurde der bislang letzte Bericht vorgelegt, der als Haupteinfluss auf die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung den demographischen Wandel benennt. Er geht von 3,4 Millionen Pflegebedürftigen im Jahr 2040 aus, gibt jedoch keine Finanzprognose. Unter Aspekten der Generationengerechtigkeit wäre die Umwandlung der Pflegeversicherung in eine kapitalgedeckte Pflegeversicherung angebracht, dieses Projekt ist jedoch mittelfristig auf Eis gelegt.
Die Leistungen einer privaten Zusatzversicherung bringen Ihnen bis zu 1.800 Euro mehr Spielraum im Monat, dadurch ist ein Grossteil der finanziellen Belastung durch die Pflegebedürftigkeit abgewendet.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, dem Risiko einer Pflegebedürftigkeit im Alter zu begegnen, eine private Pflegezusatzversicherung ist eine davon.
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