Continentale Krankenversicherung-Studie 2016


Studie des Continentale Krankenversicherungsverbund 2016:

Zukunft: GKV-Beitrag kann medizinische Versorgung nicht decken belegt die Continentale

Mehr als 80 Prozent der befragten Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung glauben, dass allein die gesetzlichen Beiträge eine zukünftige gesundheitliche Versorgung nicht abdecken werden. Daher ist es um so verwunderlicher, dass gerade junge Leute kaum Krankenzusatzusatzversicherungen abschließen.

Continentale Krankenversicherungsverbund Studie 2016 | ACIOVon allen gesetzlich Versicherten schauen 80 Prozent skeptisch in die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Rund 60 Prozent der Versicherten sind momentan mit dem Gesundheitssystem zufrieden – acht Prozent weniger als bei der letzten Befragung. Das zeigten die Ergebnisse des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest, welches für den Krankenversicherungsverbund der Continentale vor Kurzem eine Studie erhob. Seit 2001 wird die Studie der Continentale jährlich veröffentlicht. Diesmal wurden mehr als 1.300 Menschen ab 25 Jahren telefonisch befragt. 187 waren davon privat Krankenversicherte. Verständlicherweise wurden zum Thema Zusatzkrankenversicherung nur die GKV-Versicherten interviewt, schließlich sollte eine PKV (private Krankenversicherung) bereits alle benötigten Zusatzleistungen beinhalten.

Welche Rückschlüsse aus dieser Studie gezogen werden können und warum es sich lohnt, bestimmte Krankenzusatzversicherung abzuschließen, lesen Sie in dem nachfolgendem Text.

PKV-Versicherte, Ältere und Männer zufriedener

Die Studie zeigt, dass privat Versicherte (73 Prozent) deutlich zufriedener mit dem Gesundheitssystem sind als GKV-Versicherte. Ebenso sind die gesetzlich versicherten Männer und Versicherte der Altersgruppe 60 Plus zufriedener mit den Leistungen des Gesundheitswesens als vergleichsweise Frauen oder junge Versicherte. Dr. Markus Kremer, Vorstand der Continentale, meint in einer Pressemitteilung vom 20. Oktober 2016: „Offenbar reagieren die gesetzlich Versicherten immer dann sehr deutlich, wenn sie eine direkte Kostenbelastung bemerken.“ Diese dürfte dieses Jahr stattgefunden haben, da zum 01. Januar 2016 viele der gesetzlichen Krankenversicherungen ihren Zusatzbeitrag erhöht haben. Dieser wird durch zusätzliche Leistungen, jedoch auch mit verbundenen zusätzlichen Kosten dem Versicherten berechnet. Auch im Jahr 2017 wird es bei vielen Kassen Beitragserhöhungen geben.

Durch die Zusatzbeiträge waren acht Prozent der GKV-Versicherten unzufriedener als bei der letzten Studienerhebung 2015. Ähnliche Situationen gab es auch in den Jahren 2004 sowie 2011. Im Jahr 2004 mussten alle gesetzlich Versicherten das erste Mal die Praxisgebühr bezahlen und im Jahr 2011 verlangten viele Kassen zusätzliche Beiträge, obwohl in jenem Jahr bereits der allgemeine Krankenkassenbeitrag angestiegen war.

Der Blick in die Zukunft ist für 80 Prozent der GKV-Versicherten eher pessimistisch. Kaum einer glaubt, dass eine medizinische Versorgung allein durch die gesetzlichen Kassen zu bewerkstelligen ist. Die Leistungsgarantie unterscheidet sich zum Beispiel bei PKV- und GKV-Versicherten stark: Einmal abgeschlossene Leistungen bei der PKV sind garantiert, bei der GKV ist dies leider nicht der Fall. 57 Prozent der gesetzlich Versicherten glauben allerdings, dass es eine Leistungsgarantie gäbe. Hier zeigt sich, dass die Bevölkerung über bestimmte Regelungen wenig weiß und schlecht informiert ist. Gerade junge Versicherungsnehmer gesetzlicher Kassen sollten sich über Zusatzversicherungen erkundigen, da sie von einem frühen Vertragsabschluss profitieren.

Erkenntnisse aus der Studie

Aktuell sind 60 Prozent der befragten GKV-Versicherten zufrieden mit dem deutschen Gesundheitswesen. Viele geben an, dass Krankenzusatzversicherungen wichtig für die Zukunft sind, insbesondere der Zusatzschutz im Pflegefall, die zahnärztliche Vorsorge sowie für Behandlungen bei Hausärzten als auch Fachärzten. Berufstätige schließen häufig Arbeitsunfähigkeitsversicherungen ab. Deutlich weniger wichtig empfinden die Versicherungsnehmer die private Vorsorge im Krankenhaus.

Tatsächlich sind jedoch nur wenige der GKV-Versicherten zusatzversichert. Die meisten erachten es zwar als notwendig, jedoch bleibt das konkrete Handeln aus. Daher besitzen lediglich vier Prozent der Versicherten eine Pflegezusatzversicherung und nur 21 Prozent besitzen eine Zahnzusatzversicherung.
Die Einschätzung der Bevölkerung über Krankenzusatzversicherungen ist oftmals falsch. Viele denken, dass ausschließlich Rentner sowie Pensionäre zusätzliche Krankenversicherungen abschließen sollten, da hier der Bedarf einfach höher ist. Schlusslicht bilden ihrer Meinung nach sowohl Auszubildende als auch Studenten.

Ein Paradoxon: Denn genau dieser Personenkreis ist im richtigen Alter! Den benötigten Zusatzschutz können gerade junge Menschen zu deutlich besseren Konditionen abschließen als ältere Menschen. Viele der jungen Menschen wollen ihr Leben durch Funsportarten bereichern, machen sich aber um mögliche gesundheitliche Konsequenzen kaum Gedanken.
Wer erst im Rentenalter eine Zusatzversicherung abschließt, muss von höheren Beiträgen ausgehen. Zudem besteht das Risiko von Leistungskürzungen oder Ablehnungen der Versicherer, weil Vorerkrankungen bestehen.

Bedeutung von Krankenzusatzversicherungen

Krankenzusatzversicherungen stehen als Ergänzung zu den heutigen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen immer mehr im Fokus. Wer sich und seine möglichen Bedürfnisse bewusst wahrnimmt und danach seinen Bedarf analysiert, wird an einer privaten Krankenzusatzversicherung kaum vorbei kommen.

Viele Versicherte kennen die Bedeutsamkeit der zusätzlichen Absicherung, sehen aber momentan keinen Bedarf an einer privaten Krankenzusatzversicherung. Dabei sollte der Zusatzschutz besonders in jungen Jahren abgeschlossen werden. Wer im Alter von besseren Leistungen profitieren möchte, der sollte nicht zu lange mit einem entsprechenden Abschluss einer Krankenzusatzversicherung warten.

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Hautkrebs: Die Haut im Brennpunkt


Hautkrebs – Screening schon früher als mit 35 Jahren

Hautkrebs - ZelleDer schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) ist eine der häufigsten Krebserkrankungen überhaupt. Rechtzeitig erkannt und behandelt sind die Heilungschancen gut. Die Teilnahme an der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung ist eine ganz wichtige Maßnahme, um Veränderungen von vorhandenen Leberflecken frühzeitig zu erkennen. Im besten Fall nimmt man alle zwei Jahre an der Untersuchung teil, um eine durchgängige Kontrolle sicherzustellen. Der Facharzt prüft dabei jedes einzelne Muttermal auf Veränderungen. Bei Bedarf untersucht er, ob ein Melanom bösartig oder gutartig ist. Dazu können einzelne Hautstellen abgetragen und zur Untersuchung eingeschickt werden. Die gesetzliche Krankenversicherung kommt für die Kosten der Vorsorgeuntersuchung generell auf.

Im Alltag ist ein regelmäßiger Sonnenschutz von großer Bedeutung, um sich vor der gefürchteten Erkrankung der Haut zu schützen. Ein guter Sonnenschutz ist also nicht nur im Urlaub wichtig, auch zu Hause sollte man auf eine Tagescreme mit Sonnenschutzfaktor nicht verzichten. Sie beugt nicht nur der Hautalterung durch Sonnenstrahlen vor, sondern sie bildet auch eine wirksame Barriere vor den gefährlichen Strahlungen. Im Mittelpunkt der Vorsorge steht aber unbedingt das ärztliche Screening, das man auch schon in jungen Jahren durchführen sollte.

Eine Hautkrankheit auf dem Vormarsch

Weltweit ist der Hautkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 20.000 Menschen an einem bösartigen Melanom. Etwa 230.000 Menschen erhalten die Diagnose, dass es sich um den weißen Hautkrebs handelt. Ob das Melanom bösartig oder gutartig ist, lässt sich auf den ersten Blick nur schwer unterscheiden. Als Ursache gehen Mediziner u.a. von einer zu häufigen Benutzung des Solariums aus. Eine hohe UVA-Bestrahlung auf der Sonnenbank ist häufig der Grund für ein bösartiges Melanom. Die Bundesregierung hat deshalb im Jahr 2012 eine Regelung der EU umgesetzt und die Bestrahlungsgrenzwerte in deutschen Solarien festgelegt. So wollte man leistungsstarke und damit gesundheitsgefährdende Geräte aus dem Verkehr ziehen.

Ausgedehntes Sonnenbaden im Urlaub ist eine weitere häufige Ursache für gefährliche Veränderungen der Haut. Das Bewusstsein, an Hautkrebs erkranken zu können, war vor allem früher nicht in dem Maße vorhanden und so hat man sich bei einem Aufenthalt im Freien oft nicht ausreichend vor den Sonnenstrahlen geschützt. Im Jahr 2008 wurde deshalb das Screening gegen Hautkrebs als Leistung der Krankenkasse eingeführt. Damit haben Menschen ab dem 35. Lebensjahr ein Recht auf eine Vorsorgeuntersuchung.

Folgt man aktuellen Analysen, dann ist die Zahl der bösartigen Neubildungen auf der Haut seit 2005 um 60 Prozent in die Höhe gegangen. Im Jahr 2012 waren 1,5 Millionen Menschen an Hautkrebs erkrankt, davon lautete die Diagnose in 318.000 Fällen auf ein bösartiges Melanom. Der helle (weiße) Hautkrebs wurde sogar in 1,3 Millionen Fällen festgestellt, das kommt einer Zunahme von 79 Prozent innerhalb von sieben Jahren gleich. In vielen Fällen wurde die Diagnose erst durch eine Vorsorgeuntersuchung festgestellt, wobei von den Patienten zuvor keine Veränderung der Haut entdeckt wurde.

Eine frühe Diagnose durch Selbstkontrolle

Eine Hautkrebsvorsorge kann man in regelmäßigen Abständen selbst durchführen und dadurch das Screening beim Arzt ergänzen. Sowohl der weiße als auch der schwarze Hautkrebs sind bei genauem Hinsehen zu erkennen.

Wer ein verdächtiges Merkmal auf der Haut entdeckt, sollte umgehend einen Termin beim Hautarzt machen, um dort ein vollständiges Screening durchführen zu lassen. Die Kosten dafür trägt die gesetzliche Krankenkasse. Sofern ein Fleck oder ein Muttermal auf der Haut asymmetrisch ist und keine scharfen Konturen hat, ist das ein Fall für den Fachmann. Auch eine uneinheitliche Farbe spricht dafür, dass es ein Melanom sein könnte. Sofern der Fleck mit über fünf Millimetern sehr groß ist oder sich kurzfristig stark verändert hat, sollte man ebenfalls einen Termin für ein Screening ausmachen.

Beim Screening wird die gesamte Hautoberfläche untersucht. Bei Bedarf können Auflichtmikroskope und eine computergestützte Videographie eingesetzt werden. Damit werden bestimmte Körperstellen fotografiert und dokumentiert. Veränderungen lassen sich dadurch leichter feststellen. Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse sind diese speziellen Untersuchungsmethoden eine zusätzliche Gesundheitsleistung, für die die GKV nicht aufkommt, die aber unter Umständen von einer Vorsorgezusatzversicherung übernommen werden kann.

So schützt man sich wirkungsvoll vor Hautkrebs

Hautkrebs malignes MalanomDamit es gar nicht erst zu einem gefährlichen Melanom kommt, kann man sehr gut frühzeitig aktiv werden. Sonnenschutz ist das ganze Jahr über ein geeignetes Mittel. Erwachsene sollten für sich und ihre Kinder eine Tagescreme verwenden, die bereits einen Sonnenschutz integriert hat. Ein hoher Lichtschutzfaktor 20 reicht in unseren Regionen im Frühjahr, Herbst und Winter aus, um sich vor Hautveränderungen zu schützen. Im Sommer und bei direkter Sonneneinstrahlung ist eine Sonnenschutzcreme mit einem hohen Faktor für das Gesicht und für den ganzen Körper empfehlenswert. Wer kleine Kinder hat, ist dazu aufgerufen, sich verantwortungsvoll um deren Hautschutz zu kümmern – Hautkrebs macht bei Kindern keine Ausnahme!

Außerdem sollte man natürlich ausgedehnte Sonnenbäder und Solariumbesuche vermeiden. Das gilt umso mehr, wenn im Sommer ein Urlaub im Süden oder im Gebirge ansteht. So lassen sich die negativen Auswirkungen von UV-Strahlungen weitgehend reduzieren. Wurde im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung Hautkrebs festgestellt, hilft allerdings nur noch eine schnelle Therapie. Die Stammzellentherapie wird in Deutschland seit rund 30 Jahren zur Krebstherapie eingesetzt. Heute kommt sie auch im Kampf gegen Hautkrebs zum Einsatz. Durch die Stammzellentherapie soll die körpereigene Immunabwehr gestärkt werden. Die Blutbildung kann angeregt werden, um den Aufbau des Immunsystems zu forcieren. Stammzellen aus Nabelschnurblut sind übrigens besonders hilfreich, sofern sie aus der eigenen Nabelschnur entnommen und zur medizinischen Vorsorge in der Stammzellendatenbank eingelagert wurden.

Die Kosten solcher Therapien werden durch die Krankenkasse weitgehend übernommen. Angesichts dieser Zahlen fordern Ärzte und Krankenkassen immer häufiger, die Altersgrenze zur Krebsvorsorge zu senken. Es besteht Hoffnung, dass diese Altersgrenze zur Krebsvorsorge schon bald auf unter 35 Jahre gesenkt wird. Ob eine Vorsorgezusatzversicherung zur Übernahme der Kosten der Vorsorgeuntersuchung empfehlenswert ist, sollte man sich im Einzelfall überlegen. Sie kann sinnvoll sein, wenn sich ein erhöhtes Hautkrebsrisiko abzeichnet.

Fazit: Frühe Vorsorge ist das A und O

Obwohl Hautkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland ist und die Zahl der Neuerkrankungen steigt, ist die Krankheit nicht unvermeidbar. Es ist wichtig, die Haut durch einen guten Sonnenschutz auch im Frühjahr, Herbst und Winter zu schützen. Im Sommer ist ein hoher Sonnenschutzfaktor unabdingbar. Im Sommerurlaub in südlichen Regionen und im Gebirge darf ebenfalls nicht an Sonnenschutz gegen UV-Strahlen gespart werden. Dies gilt ganz besonders für kleine Kinder, die immer vor hoher Sonneneinstrahlung geschützt werden sollten. Ergänzt werden sollten diese Maßnahmen um die regelmäßige Eigenkontrolle der Haut. Sobald sich Auffälligkeiten abzeichnen, steht ein Besuch beim Hautarzt an. Er führt ein professionelles Hautscreening durch und leitet bei Bedarf eine entsprechende Therapie ein. Dazu kann auch die etablierte Stammzellentherapie gehören.

Hautschutz ist einfach und für jedermann durchführbar:

• Meiden Sie die starke Mittagssonne – gerade mit kleinen Kindern
• Tragen Sie lange Kleidung (Hemden / Hosen)
• Tragen Sie gegebenenfalls eine Kopfbedeckung
• Nutzen Sie geeignete Sonnenschutzcreme – bei Kleinkindern ab Lichtschutzfaktor 50
• Cremen Sie Ihre Kinder selbst und gründlich ein
• Gehen Sie ab 35 Jahren zur Hautkrebsvorsorge, danach regelmäßig alle zwei Jahre
• Kaufen Sie Ihren Kindern Kleidung mit integriertem Lichtschutzfaktor für den Sommer

Nützliche Links:

Expertenrat per Video ansehen:
Hautkrebs für erkennen und behandeln

Nutzen Sie eine App für Ihr Handy um eventuelle Muttermale zu überprüfen:
App für Hautkrebs-Analyse

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Patientenverfügung – Jetzt sicher erstellen


Patientenverfügung notwendiges Übel oder weise Voraussicht?

Die Patientenverfügung steht mit dem Wort Mündigkeit in direktem Zusammenhang. Laut Wikipedia ist der Begriff „Mündigkeit“ folgendermaßen zu definieren: „Mündigkeit beschreibt das innere und äußere Vermögen zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Es ist ein Zustand der Unabhängigkeit, die besagt, dass man für sich selbst sprechen und sorgen kann.“

Demnach ist ein mündiger Bürger, sofern er gesundheitlich in der Lage ist, bei wichtigen Entscheidungen für sich selbst zuständig. Doch wie ist die Lage, wenn der Mensch aufgrund eines Unfalls oder einer schweren Krankheit wie Krebs oder Demenz nicht in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen?

Wer keine Angehörigen hat, muss in diesem Fall auf einen Betreuer setzen, der vom Betreuungsgericht über ein Betreuungsverfahren eingesetzt wird. Dieser wird dann die betroffene Person in der gegebenen Situation unterstützen oder für sie entscheiden. Natürlich kann der Betreuer ohne erteilte Befugnis nicht generell über das Leben dieses Menschen bestimmen. In einem Betreuungsverfahren wird genau festgelegt, in welchen Situationen der Betreuer eingreift und in welchem Maße die Entscheidungsbefugnis ausfällt.

Ein wichtiger Bereich- gerade für das hier behandelte Thema Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht – ist die Gesundheitsfürsorge.

Diese Gründe sprechen für eine Patientenverfügung

Patientenverfügung richtig erstellenWer aufgrund eines Unfalls oder einer fortgeschrittenen Krankheit wie Krebs oder Demenz nicht mehr für sich selber eine Entscheidung treffen kann, ist sozusagen seinem Schicksal ausgeliefert. Bei der Frage nach lebenserhaltenden Maßnahmen beispielsweise haben Ärzte aufgrund ihres hippokratischen Eides und der Berufsethik die Aufgabe, das Leben eines Menschen zu schützen und zu verlängern. Die Familie kann und darf rein rechtlich auch in diesem Fall keine Entscheidung treffen. Eine einzige Lücke gibt es hier, nämlich die Vertretungsbefugnis von Erziehungsberechtigten mit dem Sorgerecht für Kinder.

Gerade für den Fall, dass sich Familienangehörige nicht entscheiden können, was für den betroffenen Menschen das Beste ist, stellt eine bei geistiger Gesundheit verfasste Patientenverfügung eine wichtige Grundlage dar. Liegt diese nicht vor, muss durch das Betreuungsgericht ein Betreuer ernannt werden, der die zu treffende Entscheidung ausspricht.

Bei manchen Behandlungsmaßnahmen handelt es sich jedoch medizinisch um eine so höchstpersönliche Angelegenheit, dass selbst der Betreuer keine Entscheidungsbefugnis besitzt und das Betreuungsgericht, also fremde Personen, diese Maßnahmen genehmigen oder ablehnen muss.

Einer solchen, von außen getroffenen Entscheidung kann man nur entgegentreten, indem man zu der Zeit, in der man noch eigene Entscheidungen treffen kann, eine so genannte Patientenverfügung verfasst. Zudem kann auch mit einer Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung dafür gesorgt werden, dass bei Notwendigkeit einer Betreuung der eigene Wille in vorbestimmter Weise berücksichtigt wird.

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung?

All diese Begriffe stehen im Zusammenhang mit der Situation, dass man durch einen Unfall oder einer schweren Krankheit unfähig wird, für sich wichtige Entscheidungen zu treffen.

Es ist offensichtlich sinnvoll, die Angelegenheiten vorab zu regeln, denn die meisten Menschen, haben eigene Vorstellungen, wie man mit ihnen umgehen soll, wenn Lebensumstände eintreten, in denen sie keine eigenständigen Entscheidungen mehr treffen können.

Die Patientenverfügung stellt dabei den eigenen Willen bezüglich der Durchführung medizinischer Maßnahmen dar. Diese dürfen vom Arzt nämlich nur vorgenommen werden, wenn der Patient ihnen geistesgegenwärtig zustimmt. Besonders wichtig werden solche Einwilligungen dann, wenn der Patient durch einen Unfall oder eine stark fortgeschrittene Krankheit bewusstlos oder zumindest nicht mehr im Vollbesitz der geistigen Kräfte ist. Mit der Patientenverfügung bestimmt der Patient, in welchen Fällen bestimmte Maßnahmen durchgeführt werden und wann eine Behandlung nicht gewünscht wird.

Die Vorsorgevollmacht dient dem Zweck, eine Person auszuwählen, welche im Bedarfsfall als Betreuer eingesetzt werden soll. Auf diesem Weg kann man zum Beispiel dem Ehepartner eine Vorsorgevollmacht ausstellen, damit dieser einen im Rechtsverkehr vertreten darf. Somit umgeht man das Betreuungsverfahren und auch einen fremden Betreuer. Zudem ist es möglich, auch den Umfang der Betreuung festzulegen, der neben den Rechtsgeschäften beispielsweise auch Bankgeschäfte, vertragliche Angelegenheiten und die Einwilligung medizinischer Maßnahmen enthalten kann.

Mit der Betreuungsverfügung bestimmt man keinen Betreuer, beziehungsweise erteilt keine Vollmacht über seine rechtlichen Entscheidungen. Man äußert vielmehr seine Wünsche, die beim Einsatz eines Betreuers durch das Betreuungsgericht beachtet werden müssen. Solche Wünsche können die Person des Betreuers betreffen oder auch die Wahl eines vielleicht notwendig werdenden Pflegeheims. Zudem können auch bestimmte Gewohnheiten dargelegt werden, die ein Betreuer später berücksichtigen muss.

Die Vorteile einer Patientenverfügung

Die Patientenverfügung steht immer mehr im Mittelpunkt des Interesses. Trotz dem wird oft diskutiert, ob es ein notwendiges Übel oder weise Voraussicht ist, sich mit ihr zu beschäftigen. Dennoch zeigen die Vorteile der Patientenverfügung schnell, wie wichtig sie ist.

Immer wieder wird es Fälle geben, wo der Gesundheitszustand eines Menschen so schlecht ist, dass er aufgrund eines schweren Unfalls und der erlittenen Verletzungen oder durch das Fortschreiten einer schweren Erkrankung nicht mehr zurechnungsfähig ist. Dann werden meistens umfangreiche Behandlungen oder lebenserhaltende Maßnahmen unternommen, um das Leben des Patienten zu verlängern und damit zu schützen.

Jeder Mensch muss sich die Frage selber stellen, ob er das Leben an „technischen Geräten“ für lebenswert hält oder ob er sich ein solches Leben ersparen möchte.

Der Vorteil der Patientenverfügung liegt klar auf der Hand. Man kann im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte entscheiden, was bei Erkrankungen und medizinischen Problemen unternommen werden soll. Ebenso kann man entscheiden, welche Behandlungen unterlassen werden.

Klären Sie die Situation vorab

Patientenverfügung rechtzeitig erstellenNeben dem Durchsetzen des eigenen Willens hat die Verfügung noch einen weiteren Vorteil. Sie belasten Ihre Angehörigen nicht mehr mit der Entscheidung, über das Leben eines geliebten Menschen entscheiden zu müssen. Oft ist man unsicher, wie die betroffene Person sich entschieden hätte, was sie getan hätte und welche Entscheidung denn wirklich die richtige ist. Mit einer Patientenverfügung entlastet man also auch seine Angehörigen. Dies kann im Übrigen auch durch den vorzeitigen Abschluss eines Sterbegeldes oder einer Bestattungsvorsorge erfolgen.

Bei all den Vorteilen, die eine solche Verfügung mit sich bringt, bleibt zudem noch zu erwähnen, dass auch bei letzten Zweifeln eine solche abgegebene Erklärung jederzeit widerrufen werden kann.

Wie erstellt man eine Patientenverfügung

• Aufgrund der wichtigen Entscheidungen, die anhand einer Patientenverfügung getroffen werden, handelt es sich um ein sehr bedeutsames Dokument. Diese Tatsache verlangt sozusagen die schriftliche Niederlegung und die eigenhändige Unterschrift des Schriftstücks.

• Ein Notar kann beauftragt werden, das Dokument zu beglaubigen. Ähnlich einem Testament sollte man einem Vertrauten für den Notfall mitteilen, wo diese Verfügung hinterlegt ist. Eine Alternative ist es, solch eine Verfügung im Zentralen Vorsorgeregister (www.vorsorgeregister.de) speichern zu lassen. Sollte der Ernstfall eintreten, können die Daten dort eingesehen werden.

• Eine weitere gute Idee ist es, die Patientenverfügung mit dem Hausarzt durchzusprechen und die Situationen, die einem wichtig sind, fachlich korrekt darzulegen. Der Arzt sollte ebenfalls auf der Patientenverfügung unterschreiben, da ein Notar die notwendige Fachkompetenz nicht besitzt.

Wer diese Punkte beachtet, geht kaum das Risiko von Missverständnissen ein, die in dem folgenden, vereinfacht dargestellten Beispiel aufgetreten sind.

Wissenswert – Missverständnissen vorbeugen

In der Patientenverfügung ist es sehr wichtig Details exakt festzuhalten, wie behandelt werden darf und was unterlassen werden soll. In diesem Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof mit einem Urteil (Az. XII ZB 61/16) vom 06.07.2016 die Inhalte einer solchen Verfügung als nicht bindend angesehen.

Worum ging es in dem Verfahren?

In dem Fall ging es um drei Schwestern, die über die lebensverlängernden Maßnahmen ihrer schwer hirngeschädigten Mutter uneinig waren. Eine der Schwestern wurde von der Mutter als Vertreterin in zwei Patientenverfügungen ernannt. Danach durfte sie Maßnahmen zustimmen, diese ablehnen oder auch widerrufen. Zudem stand in der Verfügung, dass die Mutter keinen Wert darauf lege, lebenserhaltende Maßnahmen zu empfangen, wenn eine Besserung des Zustandes nicht erwartet werden könne.

Die zwei anderen Schwestern teilten diese Ansicht nicht und widersprachen in zweiter Instanz vor dem Landgericht erfolgreich. Dadurch ist eine der Schwestern durch den Widerspruch nun für den Bereich der Gesundheitsvorsorge zuständig. Hierauf wurde wiederum von der bevollmächtigten Tochter Einspruch eingelegt und damit muss vor dem Landgericht neu verhandelt werden. Das Ergebnis ist, soweit bekannt, noch offen.

Fazit: Die Situation ist für die Betroffene unbefriedigend. Da durch die missverständliche Ausdrucksweise in den Patientenverfügungen, eine endgültige Entscheidung nicht möglich ist.

Wir hoffen das unser Ratgeber Ihnen weiter hilft und Sie Ihre persönliche Patientenverfügung unmissverständlich zu Papier bringen können. Teilen Sie uns gerne Ihre Erfahrungen mit, oder geben Sie uns Anregungen oder Tipps, die wir gerne noch ergänzen.

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Stiftung Warentest – Testsieger der Zahn-Tarife


Warum die Testsieger der Stiftung Warentest nicht immer optimal sind

Spätestens ab einem Alter von 40 Jahren denken die Meisten über einen Zahn-Tarif für ihre Zähne nach und halten nach dem Testsieger Ausschau. Es kommen Fragen auf, ob zum Beispiel die professionelle Zahnreinigung übernommen wird oder ob eine 100-prozentige Leistungsübernahme für Implantate sowie Inlays (Zahnfüllungen) besteht. Interessierte orientieren sich häufig an den Ergebnissen unabhängiger Testunternehmen wie Ökotest oder Stiftung Warentest. Diese haben in der Regel unterschiedliche Testsieger, denn für jedes Institut stehen andere Beurteilungskriterien im Vordergrund. Wie Sie dennoch erfolgreich einen sinnvollen Überblick über Zahnzusatzversicherungen bekommen und auch die Testsieger richtig einschätzen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Fast jeder braucht ab Mitte 40 einen Zahnersatz, egal wie sorgfältig die tägliche Zahnpflege in den vorangegangenen Jahren war. Parodontose tritt in diesem Alter häufiger auf und plötzlich reicht oft auch eine Füllung nicht mehr aus, um einen Zahn zu retten, da er überkront werden muss. Pro Jahr erhalten Patienten in Deutschland knapp vier Millionen Kronen sowie um die 700.000 Brücken. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt jedoch nur einen geringen Teil der anfallenden Kosten. Deshalb ist es sinnvoll, eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Doch nicht jeder beispielsweise von Stiftung Warentest hochgepriesene Testsieger passt zu den eigenen Bedürfnissen. Auch wenn die Testinstitute unabhängig informieren, testen und auswerten – es gilt immer, die Tarife noch einmal zu prüfen, denn die Leistungen können bei den einzelnen Anbietern sehr stark variieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn es um das Thema Zahnersatz geht und man Gefahr läuft, gleichzeitig wichtige Zusatzleistungen außer Acht zu lassen.

Wieso eine private Zahnzusatzversicherung?

Stiftung Warentest Zahn-Tarife Testsieger auf ACIO.deDie meisten Patienten wissen gar nicht, welche Leistungen ihre Krankenkasse erbringt. Versicherte einer gesetzlichen Krankenversicherung bekommen im Rahmen der Regelversorgung nur geringe Zuschüsse – in Form der Festkostenzuschüsse – für Zahnbehandlung und Zahnersatz. Mit einer privaten Zahnzusatzversicherung können die hohen Kosten für Prophylaxe, Zahnbehandlung und Zahnersatz deutlich verringert werden.

In der Regel leisten gesetzliche Krankenversicherungen für:

• Kunststofffüllung: Hier gibt die Krankenkasse einen Zuschuss in der Höhe der günstigeren Amalgamfüllung (ca. 30 bis 50 EUR).

• Wurzelkanalbehandlung: Zwischen 200 und 1.000 EUR übernehmen die gesetzlichen Krankenkasse – dies gilt aber nur dann, wenn der betroffene Zahn den Status „erhaltungswürdig“ bekommen hat.

• Professionelle Zahnreinigung: Die meisten Krankenkassen übernehmen zwei Beteiligungsanteile im Jahr. Sind jedoch durch individuelle Befunde bei einem Patienten mehr Reinigungen nötig, geben sie keinen Zuschuss mehr.

• Parodontitisbehandlung (Entzündung des Zahnfleisches): Ab einer bestimmten Schwere der Entzündung ist diese Behandlung eine Kassenleistung. Die vorangegangenen Behandlungen umfassen jedoch einige professionelle Zahnreinigungen, eine Laserbehandlung oder eine Bakterienbestimmung. Diese Leistungen übernehmen die gesetzlichen Versicherungen nicht.

• Aufbissschiene: Aufbissschienen übernehmen die Kassen, jedoch nicht das Messverfahren, welches die Stellung des Unter- sowie Oberkiefers als auch die Kaubewegung erfasst. Danach werden die Ergebnisse bei der Herstellung der Schiene berücksichtigt. Wer diese besondere Analyse wünscht, wird bei den gesetzlichen Kassen kaum mit einem Zuschuss rechnen können.

Bonusheft: An dieser Stelle sei noch das Bonusheft hervorgehoben, denn wer regelmäßig zum Zahnarzt geht und sein Bonusheft pflegt, der kann auf einen Festzuschuss von 65 Prozent hoffen. Das Bonusheft soll Patienten dazu animieren, die empfohlenen Zahnarzttermine wahrzunehmen. Bereits im Jahr 1989 wurde das Nachweisheft durch ein Gesetz im Rahmen der damaligen Gesundheitsreform eingeführt. Wenn Sie noch kein Bonusheft besitzen, dann sollten Sie unbedingt beim nächsten Zahnarztbesuch Ihren zuständigen Arzt darum bitten. Das Heft kann Ihnen in Zukunft viel Geld sparen.

Darum ist eine umfassende Zahnzusatzversicherung wichtig

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage, warum eine Zahnzusatzversicherung Sinn macht, liegt auf der Hand: Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten nur einen bestimmten Teil der Rechnungen, nämlich die zahnmedizinisch notwendigen Maßnahmen. Die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung stellt im Grunde nur einen festen Zuschuss von 50 Prozent dar. Alle übrigen Kosten muss der Patient selbst aufbringen.

Der Finanztest von Stiftung Warentest (11/2016) hat ergeben, dass Versicherungsgesellschaften immer bessere Angebote der Zahnzusatzversicherungen anbieten. Dennoch ist für viele Interessierte die Masse an Tarifen kaum zu überblicken.Aus diesem Grund werden die Testsieger in in kontinuierlichem Abstand von der Stiftung Warentest untersucht.

Stiftung Warentest – Finanztest 2016

Die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe 11/2016 exakt 209 zusätzliche Policen für Zahnersatz miteinander verglichen und bewertet. In den Tests der vergangenen Jahre gab es nie so viel Angebote wie in diesem Jahr, teilt die Stiftung Warentest mit. Keiner der Zahn-Tarife wurde mit einer mangelhaften Bewertung ausgezeichnet. Alle Bewertungen ordnen sich zwischen „Sehr gut“ bis „Ausreichend“ ein.

Benotung der getesteten 209 Zusatzversicherungen:

• „Sehr gut“ erhielten 66 Tarife
• Mit „Gut“ wurden 59 Tarife ausgezeichnet
• Die Note „Befriedigend“ bekamen 58 Zahnzusatzversicherungen
• „Ausreichend“ erhielten 26 Zahn-Tarife

So gestaltete sich der Test der Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat alle Zahnzusatzversicherungen auf dem deutschen Markt im Hinblick auf Zahnersatzleistungen durchleuchtet. Finanztest hat keine Anbieter getestet, die nur in Zusammenhang mit bestimmten gesetzlichen Krankenkassen Leistung erbringen. Die Stiftung Warentest prüfte ausschließlich Zahn-Tarife, die für den Bereich Zahnersatz leisten.

Die Tarife lassen sich wie folgt unterteilen:

• Es gibt 72 Tarife ohne Altersanpassungen des Beitrags (Kalkulation mit Alterungsrückstellung).
• Bei 137 Tarifen hingegen können sich die Beiträge planmäßig ändern, was eine altersbedingte Anpassung des Beitrags zur Folge hat (Kalkulation ohne Alterungsrückstellung).
• Der Test ermittelte zudem den Monatsbeitrag im Anfangsalter von 43 und im Endalter von 73 Jahren.

Hinweis: Um die Zahn-Tarife miteinander vergleichen zu können, sollten Sie auf den durchschnittlichen Monatsbeitrag achten.

Die Testsieger der Zahnzusatzversicherung 2016

Die DFV – Deutsche Familienversicherung mit dem Tarif DFV-Zahnschutz Exclusiv erhielt von Stiftung Warentest die Gesamtnote 0,5 („Sehr gut“). Sie kostet zum Einstieg im Alter von 43 Jahren ca. 43 EUR pro Monat und steigt auf ca. 66 EUR im Alter von 73 Jahren an. Durschnittlich zahlen Kunden dann 55 EUR pro Monat. Dieser Tarif leistet weit über den Zahnersatz hinaus, beispielsweise für die Zahnreinigung, Paradontitisbehandlungen und andere Maßnahmen.

Das günstigste Angebot des Tarifvergleichs der Stiftung Warentest bietet die Hallesche mit dem Tarif DentZE.90 für ca. 11 EUR Monatsbeitrag im Anfangsalter von 43 Jahren. Dieser Tarif leistet ausschließlich für Zahnersatzmaßnahmen und steigt auf den Betrag von ca. 32 EUR an. Im Durchschnitt liegt der Tarif bei ca. 24 EUR.

Aus diesem Grund: Vorsicht mit dem Test der Stiftung Warentest

In der Regel erhalten Interessierte eine gute Informationsgrundlage, wenn sie sich an den Ergebnissen der 209 getesteten privaten Zahnzusatzversicherungen von Stiftung Warentest orientieren. Schließlich untersuchte der Test die erbrachten Leistungen bei fälligem Zahnersatz von allen Anbietern in ganz Deutschland.

Hier ist Vorsicht geboten – Sie erhalten zwar auf den ersten Blick eine gute Übersicht, welche Tarifleistungen für Implantate oder Inlays erbracht werden und können diese leicht miteinander vergleichen, doch aus unserer Erfahrung heraus möchten Kunden eine Zusatzversicherung für Zähne in der Regel nicht nur für Zahnersatz abschließen, sondern suchen eine günstige Lösung für ein umfangreicheres Behandlungsspektrum.

Vertrauen Sie nicht blind auf die Testergebnisse des Finanztests der Stiftung Warentest. Die Leistungen der einzelnen Tarife sollten Sie genauestens überprüfen, um so eine eigene Vergleichsgrundlage zu erhalten.

Niemals das erste Angebot annehmen!

Sollten Sie einen Tarif abschließen, der günstig ist und nur die Zahnersatz-Leistung beinhaltet, müssen Sie bei Bedarf einer anderen Leistung, z. B. der Paradontitisbehandlung, selbst tief in die Tasche greifen. Ist die Paradontitisbehandlung nämlich akut und bereits in der Patientenakte vermerkt, können Sie Ihren abgeschlossenen Tarif mit Zahnersatz-Leistungen nicht einfach um Leistungen für Zahnbehandlung aufstocken, denn für bereits angeratene Maßnahmen leisten Versicherungen nicht.

In einem solchen Fall müssten Sie Ihre Zahnzusatzversicherung schon vor der angeratenen Behandlung entweder komplett kündigen und zu einer anderen Gesellschaft wechseln. Eine andere Möglichkeit wäre, bei der vorhandenen Gesellschaft Ihre Leistungen aufzustocken, sofern dieses möglich ist. In beiden Fällen müssen Sie voraussichtlich Wartezeit hinnehmen und gegebenenfalls auch die vermerkten Behandlungen vor Versicherungsbeginn erst noch zum Abschluss bringen.

Stiftung Warentest berücksichtigt lediglich den reinen Zahnersatz und bezieht folgende Leistungen für Zahnbehandlungen nicht in das vorliegende Testergebnis mit ein:

• Professionelle Zahnreinigung
• Prophylaxemaßnahmen (Fissurenversiegelung, Bestimmung des Mundhygienestatus etc.)
• Kunststofffüllungen
• Wurzelkanalbehandlung
• Parodontosebehandlung
• Aufbissschienen
• Kieferorthopädische Leistungen
• Anästhesie
• Schmerztherapieanwendung (z. B. Akupunktur)

Wenn Sie jetzt denken:

„Ich möchte nicht alles alleine vergleichen, wo bekomme ich Hilfe?“

Wenn Sie nicht unzählige Testergebnisse im Netz und in Fachzeitschriften zeitaufwendig vergleichen wollen oder sich unsicher sind, welcher Tarif von der Vielzahl der Zahnzusatzversicherungen am besten zu Ihnen passt, können wir Ihnen nur einen umfassenden Onlinevergleich ans Herz legen. Nutzen Sie einen Vergleich, der neben einer einfachen Bedienung des Vergleichsrechners auch sehr gute Informationen zu den einzelnen Tarifen bereitstellt. Ein weiteres Plus ist, dass er Experten für Zahnzusatzversicherungen am Telefon bereitstellt und nicht auf ein unqualifiziertes Callcenter zurück greift.

Unsere Tipps:

Zum Schluss möchten wir Ihnen noch einige Ratschläge mit auf den Weg geben:
1. Checken Sie vorab ruhig das Angebot Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung, damit Sie nicht unnötig Geld für bereits vorhandene Leistungen zahlen müssen.
2. Wenn Sie wissen, dass zukünftig eine zahnmedizinische Maßnahme notwendig wird, können Sie mit Ihrem Zahnarzt sprechen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Ergebnisse nicht in Ihrer Patientenakte aufgenommen werden!
3. Schließen Sie erst eine Zusatzversicherung ab, wenn Sie alle Behandlungen abgeschlossen haben.
4. Lassen Sie sich nicht von einer hohen Erstattung eines einzelnen Leistungsbausteins blenden, prüfen Sie auch die Erstattungshöhen der zusätzlichen Leistungen.
5. Achten Sie auf die Wartezeiten und Summenbegrenzungen des Zahn-Tarifs.

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Selbstständig und schwanger – so klappt es


Schwanger: Wie es sich nun mit Arbeit, Krankengeld & Co. verhält

Jedem wird klar sein, dass Privatpatienten die Selbstständig sind, einen höheren Status genießen als gesetzlich Versicherte. Gerade in der Schwangerschaft können spezielle Tarife, die Zusatzuntersuchungen ermöglichen, überaus dienlich sein. Doch nicht in jedem Fall ist die private Krankenversicherung (PKV) für Selbstständige besser.

Sabrina, 25 Jahre, gesetzlich krankenversichert: „Worauf muss ich achten, wenn ich als Schwangere in meinem Betrieb ausfalle?“

Jürgen, 35 Jahre, verheiratet: „Meine Frau ist Selbstständig und privat versichert. Was müssen wir bei einer Schwangerschaft alles beachten?“

Lisa, 22 Jahre, privat krankenversichert: „Hilfe – ich bin schwanger! Welche Ansprüche habe ich als Freiberuflerin?

Private Krankenversicherung mit erweiterten Leistungen bei schwangerschaftPrivat Krankenversicherten stehen bei einer Schwangerschaft oftmals weiterführende Leistungen zu, die gesetzlich Krankenversicherte leider nicht in Anspruch nehmen können. Dennoch hat auch eine Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ihre Vorteile. So ist beispielsweise ein Kind einer Privatpatientin nicht automatisch familienversichert, es muss extra krankenversichert werden. Darüber hinaus gibt es beim Krankengeld bzw. Krankentagegeld Unterschiede bei einer PKV gegenüber einer GKV. Frauen, die Selbstständig sind und erfolgreich ein Unternehmen leiten und sich gute Rücklagen schaffen konnten, können sich in der Schwangerschaft die wohlverdiente Auszeit gönnen.

Bei anderen selbstständigen Frauen, die kaum über Ersparnisse verfügen, kann eine Schwangerschaft hingegen schnell eine Existenzkrise auslösen. Diese Frauen müssen zeitnah wieder arbeiten gehen, um die Kosten einzuschränken. Der nachfolgende Text soll einen Überblick von der Familienplanung bis hin zu den Monaten nach der Geburt geben – für alle genannten Lebenssituationen und -modelle.

Wichtige Tipps – Selbstständig und werdende Mutter:

– Wenn ein Elternteil privat versichert und Hauptverdiener ist, muss das Kind eine eigene PKV bekommen.

– Wird eine Schwangere für den Zeitraum der Schwangerschaft im Unternehmen versetzt, darf der Lohn nicht gekürzt werden. Auch der Urlaubsanspruch bleibt erhalten.

Achtung: Manche private Krankenversicherer schließen in der Mutterschutzfrist das Krankentagegeld bei Erkrankung aus.

– Freiberuflerinnen sind ihr eigener Arbeitgeber und erhalten deshalb kein Mutterschaftsgeld.

– Bei einer ungeplanten Schwangerschaft können Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen in finanzielle Schieflage geraten. In einem solchen Fall kann u. U. ein Antrag auf „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ beim zuständigen Sozialamt gestellt werden.

Familienplanung

Selbstständig und schwangerWird eine Schwangerschaft geplant, dann sollten Frauen, die gesetzlich krankenversichert sind, darüber nachdenken, eine entsprechende Zusatzversicherung abzuschließen. Im Rahmen der GKV-Leistungen sind beispielsweise lediglich drei Ultraschallbilder vorgesehen, ebenso werden bestimmte Voruntersuchungen, wie Nackentransparenz-Messung, Feindiagnostik sowie 3D-Ultraschall nur übernommen, wenn sie medizinisch notwendig sind. Möchte eine werdende Mutter dennoch diese Untersuchungen wahrnehmen, muss sie diese selbst bezahlen, wenn sie keine Zusatzversicherung besitzt. Hier sollte jedoch auch vorausgeplant werden, weil Zusatzversicherungen oft eine Wartezeit zur Leistungserbringung festlegen.

Bei Zusatzversicherungen für GKV-Versicherte gilt das Gleiche wie für privat Krankenversicherte: Eine Frau sollte bei Vertragsabschluss nicht schwanger sein, da sonst die Kosten mitunter nicht erstattungsfähig sind. Hinzu kommt, dass bei vielen Versicherungen eine Wartezeit von acht Monaten bis zu einem Jahr gilt, bevor erstmals eine Leistung in Anspruch genommen werden kann. Frauen, die privat krankenversichert sind, sollten außerdem wissen, dass ihr Kind nicht automatisch familienversichert ist, sobald es auf die Welt kommt. Es sollte schon im Vorfeld klar sein, dass der neue Erdenbürger, eine eigene PKV benötigt.

Unternehmerinnen und Selbstständige sollten, wenn eine Schwangerschaft geplant ist, für die Zeit des baldigen Ausfalls finanziell abgesichert sein. Chefinnen sollten sich eine kompetente Vertretung suchen, die für einige Monate das Geschäft leiten kann. Vorkehrungen dafür können nie zu früh getroffen werden, da die Aushilfe gewiss in einige Geschäftsfelder eingearbeitet werden muss.

Schwangerschaft und Geburt

Schwangere genießen in der Gesellschaft einen besonderen Schutz. Der Gesetzgeber hat für werdende Mütter das sogenannte Mutterschutzgesetz (MuSchG) vorgesehen. Zusätzlich gibt es das individuelle Beschäftigungsverbot, das jedoch lediglich der behandelnde Arzt ausweisen kann. Gesetzlich Versicherte erhalten Mutterschaftsgeld, es wird während der Schutzfristen vor und nach der Entbindung sowie für den Entbindungstag gezahlt. Höchstens 13 EUR pro Tag werden ausgezahlt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu bezahlen, wenn der durchschnittliche kalendertägliche Nettolohn den Beitrag von 13 EUR (entspricht einem monatlichen Lohn von netto 390 EUR) übersteigt. Dasselbe gilt für geringfügig Beschäftigte.

Mutterschutzgesetz und Beschäftigungsverbot

Sobald eine berufstätige Schwangere ihren Arbeitgeber über ihren Zustand aufgeklärt hat, muss dieser sich an das MuSchG halten. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Frau eine gesetzlich oder eine privat Krankenversicherte ist. Der Arbeitgeber muss Schutzmaßnahmen wie einen Ruheraum für die schwangere Arbeitnehmerin schaffen oder gegebenenfalls das Beschäftigungsverbot einhalten. Frauen, für die solches Verbot gilt, dürfen nicht mehr im Betrieb arbeiten, da Gesundheit oder Leben von Mutter und Kind gefährdet sind.

Gründe für ein individuelles Beschäftigungsverbot:

– Gefahr einer Frühgeburt
– Muttermundschwäche
– Schwere Rückenschmerzen
– Mehrlingsgeburt

GVK-versicherte Arbeitnehmerinnen sollten beachten, dass ihre Versicherung möglicherweise nicht für die Kosten des Attests aufkommt. Oftmals fließend ist die Grenze zwischen krankheits- und schwangerschaftsbedingten Symptomen und Beschwerden. Der Arzt muss abwägen, ob eine Erkrankung vorliegt oder es Begleiterscheinungen der Schwangerschaft sind. Der Arbeitgeber hat das Recht, eine Nachuntersuchung zu beauftragen, wenn er Zweifel an dem ärztlichen Verbot hat. Die werdende Mutter bestimmt in einem solchen Fall allerdings den Arzt und die Kosten zahlt der Auftraggeber, also der Chef, der Arbeitnehmerin.

Mutter mit BeschäftigungsverbotWährend des allgemeinen oder individuellen Beschäftigungsverbots erhält eine schwangere Angestellte ihr bisheriges Gehalt. Dieses entspricht dem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen oder der letzten drei Monate, in denen die Frau abgabepflichtig im Unternehmen gearbeitet hat. Nicht auszuschließen ist, dass der Arbeitgeber vorsorglich der werdenden Mutter einen zumutbaren Arbeitsplatz zuweist. Schwangere sollten hierbei wissen, dass er nicht das Recht hat, den Verdienst zu kürzen, nur weil sie einen anderen Job ausüben.

Wenn der Arzt eine schwangere Arbeitnehmerin krankschreibt und diese nach sechs Wochen dennoch nicht arbeitsfähig ist, erhält sie lediglich das Krankengeld und nicht mehr ihr Gehalt. In diesem Fall ist ein attestiertes Beschäftigungsverbot von Vorteil.

Ist bei Schwangerschaft ein Beitritt in die PKV möglich?

Es ist nicht ohne Weiteres möglich, privat krankenversichert zu werden, wenn bereits eine Schwangerschaft besteht, da diese ein erhöhtes Kostenrisiko in sich birgt. Bei jedem Einstieg in die PKV werden ohnehin grundsätzlich die Gesundheit sowie Vorerkrankungen überprüft, um das Risiko seitens des Versicherers zu ermitteln. Außerdem fließen mögliche Zukunftsszenarien mit in die Bewertung der Versicherung ein. Aus dem Ergebnis aller Komponenten ergibt sich dann der persönliche Beitragssatz des Versicherten. Deshalb sollten GKV-Versicherte rechtzeitig in eine PKV wechseln oder eben eine spezifische Zusatzversicherung abschließen.

Schwangerschaft in der PKV

Werdende Mütter, die Mitglieder einer PKV sind, profitieren von maximalen Standards, die sich die PKV jedoch gut bezahlen lässt, denn die meisten Anbieter verlangen während der Zeit des Mutterschutzes den vollen Beitragssatz. Einige bieten den zusätzlichen Wechsel in einen spezifischen Tarif, der beispielsweise die Entbindungspauschale übernimmt, was jedoch eher eine Ausnahme ist. Der Versicherungsschutz deckt dann alle Gesundheitsleistungen ab. Versicherungsnehmerinnen können ganz individuell entscheiden, wie hoch das Krankentagegeld ausfallen soll. Es kann also sein, dass eine privat Krankenversicherte 100 Prozent ihres Verdienstes bekommt, hingegen erhält eine gesetzlich Versicherte lediglich 70 Prozent. Nicht nur vor der Geburt bekommt die werdende Mutter einen erweiterten Leistungskatalog der PKV zugesprochen: Wenn die Geburt ansteht, erhalten privat Krankenversicherte eine Behandlung durch den Chefarzt, private Einzelzimmer, die wohnlicher gestaltet sind, sowie Mahlzeiten, die eine größere Auswahl bieten als bei der Standardversorgung der GKV. Darüber hinaus ist auch der Personalschlüssel der zuständigen Schwestern und Ärzte größer.

Kein Mutterschutz für Geschäftsführerinnen und Freiberuflerinnen

Unternehmerinnen und freiberufliche Frauen genießen nicht den gesetzlich festgeschriebenen Mutterschutz, auch wenn selbstständige Frauen nach der Entbindung natürlich ebenso schutzbedürftig und nicht voll einsatzfähig sind. Deshalb sollten gesetzlich Versicherte schon vor der Schwangerschaft Zusatzversicherungen abschließen, bei denen ihnen tarifgemäß auch Krankentagegeld zusteht. Auf diese Weise erhalten Frauen neben den 13 EUR Krankengeld pro Arbeitstag ebenso Krankentagegeld von ihrer zusätzlichen Versicherung. Für Mitglieder der Künstlersozialkasse gilt als Berechnungsgrundlage das Jahreseinkommen. Hier rächt es sich, dass zuvor Sozialversicherungsbeiträge gespart wurden. Achtung: Manche private Anbieter schließen in der Mutterschutzfrist grundsätzlich ein Tagesgeld bei Erkrankung aus. Es kann jedoch vorkommen, dass ein einmaliges Mutterschaftsgeld von etwa 200 EUR ausgezahlt wird.

Arbeitnehmerinnen beziehen sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt ihr volles Gehalt, auch wenn sie in der Zeit nicht arbeiten gehen. Schwanger und angestellt bedeutet zudem, dass die werdende Mutter dem Kündigungsschutz unterliegt. Diese Frauen können sich ganz dem Thema Kind widmen.

Anders sieht es bei Unternehmerinnen oder Freiberuflerinnen aus. Hängt der Unternehmenserfolg direkt mit der Arbeitsleistung der werdenden Mutter zusammen, kann eine Schwangerschaft die Existenz gefährden.

Nach der Geburt und Elternzeit

GKV-Versicherte:

– Das Kind wird nach der Geburt automatisch familienversichert.

– GKV-versicherte Frauen erhalten Elterngeld und bezahlen keine Beiträge an die gesetzliche Krankenversicherung bei bestehendem Versicherungsschutz.

– Das Elterngeld wurde am 1. Januar 2007 eingeführt. Der Elternteil, der sich eine berufliche Auszeit nimmt, um für das Kind zu sorgen, erhält zwölf Monate 67 Prozent seines Einkommens. Die Obergrenze jedoch beträgt hierbei 1.800 EUR. Entscheiden sich Eltern dafür, zwei weitere Monate Elterngeld zusätzlich zu nehmen, müssen die 14 Monate auf beide Elternteile aufgeteilt werden. Alleinerziehende haben von vornherein einen 14-monatigen Anspruch auf das Elterngeld.

– Kündigungen vom Beginn der Schwangerschaft bis zur Ablauffrist von vier Monaten nach der Entbindung sind bis auf wenige Ausnahmen unzulässig.

PKV-Versicherte:

– Das Neugeborene muss über eine eigene PKV versichert werden, wenn der Hauptverdiener PKV-Mitglied ist.

– Ist der privatversicherte Hauptverdiener angestellt, erhält er eine Unterstützung für die Ergänzungsversicherung. Hier übernimmt der Arbeitgeber bis zu einer bestimmten Obergrenze einen Teil des PKV-Monatsbetrags des Kindes.

– Gutverdienende Frauen erhalten kein Elterngeld.

Tipp: Reduziert die Frau ihre Arbeitszeit vor Eintritt der Mutterschutzfrist so, dass ihr Einkommen unter die monatlich zugrunde gelegte Jahresbeitragsentgeltgrenze sinkt, entsteht eine Versicherungspflicht. Die Folge ist, dass die Frau dann gesetzlich versichert ist, ohne eigene Beiträge zu entrichten.

Beitragsbefreiung sowie Mutterschaftsgeld erhalten trotz PKV

Einige private Krankenversicherungen bieten in ihren Tarifen den Versicherten die Möglichkeit einer Reduzierung oder einer gänzlichen Befreiung des Beitrages bei Erhalt des Versicherungsschutzes. Dies gilt für einen bestimmten Zeitraum von sechs oder zwölf Monaten.

Sind die werdenden Mütter Selbstständig und privat krankenversichert oder in der Familienversicherung des Ehepartners mitversichert und nicht selbst Teil der gesetzlichen Krankenversicherung, kann beim Bundesversicherungsamt Mutterschaftsgeld beantragt werden.

Hinweis: Das Mutterschaftsgeld wird nicht auf das Elterngeld angerechnet, sondern separat behandelt.

Krankenversicherung des Neugeborenen

Das Baby wird über den Elternteil versichert, der über das höhere Einkommen verfügt, häufig ist das der Vater. Ist der Vater gesetzlich versichert, wird das neugeborene Kind gesetzlich familienversichert. Ansonsten erhält das Baby einen eigenen PKV-Vertrag durch die private Versicherung des Vaters. Ist die Mutter die Hauptverdienerin in der Familie sowie privat Krankenversicherte und eventuell Selbstständig, muss das Kind ebenfalls mit einem eigenem PKV-Vertrag versichert werden. Rutscht das Einkommen der Mutter während der Elternzeit unter den Verdienst des Vaters, wird das Neugeborene ebenfalls Mitglied bei der PKV des Vaters und erhält einen eigenen Versicherungsvertrag.

Was Selbstständige wissen sollten

Freiberuflerinnen sind ihre eigenen Arbeitgeber. Aus diesem Grund erhalten sie kein Mutterschaftsgeld, dafür wird ihnen das Elterngeld direkt nach der Geburt bezahlt. Bei Angestellten geschieht dies erst acht Wochen nach der Entbindung. Ebenso wie Arbeitnehmerinnen erhalten verheiratete Selbstständige ein Elterngeld in Höhe von 67 Prozent ihres Einkommens. Das Elterngeld kann maximal 12 Monate, bei Alleinerziehenden maximal 14 Monate beansprucht werden.

Eine extreme finanzielle Schieflage bei Unternehmerinnen und freiberuflichen Frauen durch eine ungeplante Schwangerschaft kann abgemildert werden, wenn beim Sozialamt der Antrag auf „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ gestellt wird. Selbstständige Geschäftsführerinnen bekommen jedoch keine Unterstützung für ihren Betrieb, was bedeutet, dass keine Zuschüsse für Strom, Miete oder Gehälter gezahlt werden. Wie bereits erwähnt müssen privat Krankenversicherte während der Mutterschutzfrist sowie in der Elternzeit grundsätzlich die vollen Krankenkassenbeiträge bezahlen. Nur wenige Versicherungen versichern junge Mütter in den ersten sechs Monaten beitragsfrei.

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