Pflegereform – Pflegegrade beantragen

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Pflegestärkungsgesetz Teil 3 – Pflegegrade richtig beantragen

Das seit langer Zeit angekündigte neue Pflegereform trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Es verspricht spürbare Erleichterungen. Bei einer Pflege zu Hause wird in vielen Fällen mehr Geld zur Verfügung stehen. Wie viel es im Einzelfall ist, hängt von dem Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Aber nicht alle profitieren von der neuen Pflegereform.

Welche Veränderungen müssen beachtet werden? Nach welchen Regeln funktioniert die Begutachtung der Pflegebedürftigkeit? Wie wird eine Pflegestufe beantragt? Die Reform betrifft Menschen, die durch Angehörige oder durch ambulante Pflegedienste zu Hause gepflegt werden genauso wie jene, die in Pflegeheimen leben. Ein genauer Blick in den Gesetzestext verhindert, dass wichtige Ansprüche übersehen werden.

Trotz der Verbesserungen bleibt weiterhin eine sogenannte Versorgungslücke bestehen. Das heißt, hier sollte zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung vorgesorgt werden, nämlich mit einer privaten Pflegeversicherung.

Die neuen Pflegegrade der Pflegereform

Ab Januar 201Pflegereform Pflegegrade mit Punktevergabe7 gilt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Pflegebedürftigkeit wird im Pflegestärkungsgesetz neu definiert. Damit ändern sich gleichzeitig die Kriterien für die Begutachtung, wenn Pflegegrade (ehemals Pflegestufen) beantragt werden.

Die wichtigste Neuerung stellt die Erweiterung von bisher drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade dar. Bisher waren die in Minuten angegebenen Hilfeleistungen maßgeblich, auf die ein Bedürftiger für verschiedene Verrichtungen angewiesen ist. Diese Bewertung berücksichtigte hauptsächlich körperliche Einschränkungen. Mit der Einführung der Pflegegrade 1 bis 5 soll jetzt bewertet werden, wie selbstständig eine Person den Alltag meistert.

Begutachtet werden dabei die Fähigkeiten in den verschiedenen Alltagssituationen und Lebensbereichen. Im Ergebnis wird zusammengestellt, welche Handlungen allein bewältigt werden und wobei Unterstützung benötigt wird. Auf diese Weise werden nicht nur körperliche, sondern gleichzeitig geistige oder psychische Beeinträchtigungen erfasst.
Diese Erfassung erfolgt mit Hilfe einer Punktevergabe.

Der neue Pflegegrad 1

Der neue Pflegegrad 1 kommt bei geringen Einschränkungen bezüglich der Selbstständigkeit zur Anwendung. Die betroffenen Personen blieben bisher unberücksichtigt, daher wird dieser Pflegegrad bei Neueinstufungen ab Januar 2017 eingeführt. Alle bereits begutachteten Personen mit einer Pflegestufe werden automatisch in den entsprechenden Pflegegrad übergeleitet.

Bei ausschließlich körperlichen Beeinträchtigungen kommen Pflegebedürftige in den nächsthöheren Pflegegrad. Lag beispielsweise in der Vergangenheit eine Pflegestufe 1 vor, wird ab 2017 der Pflegegrad 2 ausgewiesen, Pflegestufe 2 bedeutet jetzt Pflegegrad 3,
Pflegestufe 3 dann Pflegegrad 4.

Anders verhält es sich bei Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die also eine Demenz oder psychische Erkrankungen begleitet. Diese Personen werden durch die neue Pflegereform um zwei Grade höher gestuft.

Die bisherige Pflegestufe 0 bedeutet nun für diesen Personenkreis Pflegegrad 2. Die Pflegestufe 1 wird zu Pflegegrad 3, die Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz wird dem Pflegegrad 4 zugeordnet.

Der Gesetzgeber hat eindeutig festgelegt, dass durch die Umstellung niemand schlechter als vorher gestellt werden darf. Sollte bei bereits vorliegender Einstufung eine Neu-Bewertung für eine höhere Stufe sinnvoll erscheinen, kann dies unbesorgt geschehen. Selbst bei einer resultierenden Herabstufung wird diese nicht wirksam. Es kommt die bislang bestehende Einstufung weiterhin zur Anwendung, unter Berücksichtigung der sogenannten Besitzstandsregelung.

Wie funktioniert die Einstufung?

Zeichnet sich ab, dass dauerhafte Unterstützung notwendig ist, ist es an der Zeit, einen Antrag an die Pflegeversicherung zu formulieren. Daran wird sich auch durch die neue Pflegereform nichts ändern. Empfehlenswert ist es, mit dem Hausarzt das Vorhaben zu besprechen und um Unterstützung zu bitten. Fällt die Entscheidung während eines Krankenhaus-Aufenthaltes, ist der Sozialdienst der Einrichtung der geeignete Ansprechpartner für das Beantragen der Pflegestufe.

Alle wichtigen Informationen, die den Zustand und den Pflegebedarf belegen, müssen zusammengestellt werden. Dazu gehören Arztbriefe, die die Diagnosen und Befunde enthalten sowie Medikamentenpläne. Suchen Sie den Kontakt zu einem Pflegeberater der Pflegekasse oder zu einem ambulanten Pflegedienst. Sie können zusätzlich wertvolle Ratschläge geben.

Wenn das Antragsformular eingereicht ist, wird der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) einen Termin zu Hause vorschlagen, zu dem das Pflegegutachten erstellt wird.
Hinweis: Nehmen Sie schon im Vorfeld Kontakt zu einer ambulanten Pflegeeinrichtung auf, die sie am Tag der Begutachtung unterstützen kann.

Das bisher notwendige Pflegetagebuch wird nach der neuen Pflegereform keine Rolle mehr spielen. Der Gesetzgeber ändert die Regelung von der minutengenauen zu einer individuellen Versorgung. Bis dahin angefallene Kosten für die Pflege oder für die Anschaffungen von speziellen Hilfsmitteln sollten als Belege bereitliegen. Sie unterstützen den Antrag und können bei positivem Bescheid auch rückwirkend erstattet werden.

Schritt für Schritt zum Pflegegutachten

1. Wichtige Dokumente sammeln
a. Arztpläne, Befunde, Medikamentenpläne

2. Antrag zur Pflegekasse ausfüllen
a. Erhältlich bei der zuständigen Pflegekasse

3. Hilfestellung durch einen Pflegeberater
a. Regionale Pflegestützpunkte helfen (http://bit.ly/2iDehnG)
b. Die Beratung ist kostenlos

4. Tag der Begutachtung bei Ihnen zu Hause
a. Ein Pflegeberater kann Sie bei der Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) unterstützen

5. Jetzt heißt es abwarten
a. Besteht eine Pflegebedürftigkeit, sammeln Sie alle Belege der Kosten
b. Ist das Gutachten positiv, reichen Sie die Belege ein
c. Ist das Gutachten negativ, haben Sie einen Monat Zeit für den Widerspruch

Was wird zu Hause bewertet

Pflegereform die häusliche PflegeDas Maß aller Dinge ist der Grad der Selbstständigkeit. Während des Hausbesuchs schätzt der vom MDK bestellte Gutachter den individuellen Bedarf an Unterstützung in sechs unterschiedlichen Lebensbereichen ein. Sie fließen mit verschiedener Gewichtung in das Ergebnis ein. So ist die Beurteilung der Selbstversorgung am wichtigsten. Hinzu kommen Einschätzungen zur Mobilität, der kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen sowie die Gestaltung des Alltagslebens und der Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen. Der Gutachter vergibt in Abhängigkeit von der Schwere der Beeinträchtigung Punkte gemäß einer Skala von null bis 100, die zur Ermittlung des Pflegegrades herangezogen werden. Dieses System erhielt die Bezeichnung Neues Begutachtungsassessment (NBA).

Welche Leistungen erhält man als Pflegebedürftiger?

Die Leistungen, die dem Pflegebedürftigen pro Monat zustehen, hängen von der Schwere der Beeinträchtigung, also vom Pflegegrad und von der Art der Pflege ab. Sie unterscheiden sich zusätzlich je nachdem, ob eine professionelle ambulante Pflegeeinrichtung zum Einsatz kommt oder ein Angehöriger ambulant pflegt. Des Weiteren verändern sie sich, wenn die Unterbringung dauerhaft in einem Pflegeheim erfolgt. Für diese Leistungen steht der gesetzliche Pflegeversicherung Beitragssatz zur Verfügung. Sofern eine private Pflegezusatzversicherung besteht, können Finanzierungslücken mit diesen zusätzlichen Zahlungen abgedeckt werden.

Ambulante Pflege zu Hause durch Angehörige

Wohnt der zu Pflegende weiterhin in den eigenen vier Wänden und soll ausschließlich ein ambulanter Pflegedienst die Pflege übernehmen, betragen die maximalen Leistungen pro Monat gemäß Pflegestärkungsgesetz beim Pflegegrad 2 (früher Pflegestufe 1) 689 EUR . Besteht der Pflegegrad 3, sind es 1.298 EUR und beim Pflegegrad 4 gibt es 1.612 EUR. Der höchste Zuschuss wird beim Pflegegrad 5 ausgezahlt und zwar 1.995 EUR.

Diese Leistungen können als Pflegesachleistung durch einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch genommen werden.

Im Fall der Pflege durch einen Angehörigen kann der pflegende Angehörige Pflegegeld beantragen. Die Höhe des gezahlten Pflegegeldes unterscheidet sich je nach Pflegegrad. Bei dem Pflegegrad 2 sind es z. B. maximal 316 EUR monatlich, bei Pflegegrad 3 sind es im Höchstfall 545 EUR.

Ambulante Pflege zu Hause durch Pflegedienste

Erfolgt die Pflege durch professionelle ambulante Pflegedienste, werden sogenannte Pflegesachleistungen in Anspruch genommen. Oft bietet sich die Kombination von professioneller Unterstützung und Pflege durch Angehörige und damit beider Leistungen (Pflegesachleistung und Pflegegeld) an.

Hinweis: Hierbei ist es wichtig, daran zu denken, dass die in Anspruch genommenen Sachleistungen auch im neuen Pflegestärkungsgesetz in die Berechnung des Pflegegeld-Anspruchs einfließen. Werden Pflegesachleistungen angerechnet, reduziert sich das Pflegegeld für den pflegenden Angehörigen entsprechend.

Das bedeutet: Gibt ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 2 beispielsweise 344,50 EUR seiner gesamten Leistungen von 689 EUR für Leistungen eines professionellen Pflegedienstes aus, entspricht das 50 Prozent. Ihm stehen daraufhin nur noch 50 Prozent des Pflegegeldes für die Pflege durch Angehörige zu. In diesem Fall sind es 158 EUR (50 Prozent von 316 EUR).

Sollten Kombinationsleistungen in Anspruch genommen werden, ist die gewählte Aufteilung für mindestens sechs Monate bindend.

Im der Pflegereformz sind darüber hinaus die Voraussetzungen für besondere Zahlungen festgelegt. Zusätzliche Leistungen können Pflegebedürftige für teilstationäre Tages – oder Nachtpflege in Anspruch nehmen. Diese ergänzt die häusliche Pflege durch pflegende Angehörige.

Ist der Angehörige kurzfristig verhindert oder im Urlaub, kann eine sogenannte Verhinderungspflege als Ersatz einspringen. Für diese können ebenfalls Leistungen beantragt werden. Ein Entlastungsbetrag von 125 EUR ist ebenso, wenn auch zweckgebunden, möglich.

Stationäre Pflegeaufwendungen

Bei einer vollstationären Pflege in einem Heim sind die Leistungen, mit Ausnahme des Pflegegrades 3, höher als bei der häuslichen Pflege. Sie steigen außerdem mit jedem Pflegegrad. Dabei ist der eigene Anteil des Pflegebedürftigen konstant und unabhängig vom Pflegegrad. Dieser Eigenanteil der pflegebedürftigen Person variiert jedoch mit dem Standort und der Ausstattung des Heims.
Auch wenn die Leistungen mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz höher ausfallen, wird unter dem Strich immer ein zu zahlender Eigenanteil übrig bleiben. Dieser übersteigt nicht selten die finanziellen Möglichkeiten der pflegebedürftigen Person. Eine spürbare Hilfe für die Betroffenen kann eine private Pflegezusatzversicherung sein, die die Finanzierungslücken schließt oder verringert.

Möglichkeiten zum Einspruch bei Falscheinstufung des Pflegegrades

Nicht jede Begutachtung führt zur Anerkennung des gewünschten Pflegegrades. Wenn die Entscheidung nicht zufriedenstellend ausfällt, sieht die Pflegereform ein Recht auf Widerspruch
vor.

Die Voraussetzungen für einen Widerspruch:

Der Widerspruch muss innerhalb der Frist von einem Monat wahrgenommen werden. Es genügt zunächst, ein Schreiben ohne Begründung aufzusetzen und es als Fax oder Brief an die Pflegekasse zu senden. Ein Widerspruch per E-Mail wird nicht anerkannt.

Darauf sollten Sie besonders achten:

Üblicherweise ist dem Ablehnungsbescheid das Pflegegutachten beigefügt. Da ein Recht auf Einsicht besteht, sollte eine Kopie angefordert werden, wenn es fehlt. Sollte ein Widerspruch notwendig sein, kann damit eine schlüssige und ausführliche Argumentation erarbeitet werden. Die Begründung für einen Einspruch kann folgende Einwände beinhalten:

• Es sind nicht alle Diagnosen berücksichtigt worden
• Zusätzliche Belege sollten ergänzt werden

Eine weitere Begründung kann sein, dass der Begutachtete an dem Begutachtungstag in sehr guter Verfassung war und daher der Termin keinen typischen Tagesablauf dargestellt hat.

In der Antwort der Pflegekasse ist entweder ein zweiter Begutachtungstermin oder eine erneute Ablehnung enthalten. Im ersten Fall bietet sich eine zweite Chance, um sich noch besser vorzubereiten.

Achtung: Der bestellte Gutachter muss ein anderer als beim ersten Mal sein.

Wird dem Antrag auch beim zweiten Mal nicht stattgegeben, ist ein erneuter Widerspruch vor dem Widerspruchsausschuss möglich. An der Sitzung, die über den entsprechen Fall verhandelt, können die Betroffenen oder deren Angehörige teilnehmen. Verweigert der Widerspruchsausschuss die Anerkennung, bleibt nur noch der Gang zum Sozialgericht.

Bei einer privaten Pflegepflichtversicherung können die Einwände nicht über den Widerspruchsausschuss vorgebracht werden. Privat Pflegepflichtversicherte können bei ablehnender Zweitbegutachtung direkt vor dem Sozialgericht klagen.

Die Verhandlung vor dem Sozialgericht ist stets kostenlos und Sie können sich selbst vertreten. Nachteil: Das Verfahren zieht sich in den meisten Fällen über eine lange Zeit hin.

Ergänzende Informationen für pflegende Angehörige

Wer einen Angehörigen pflegt, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Fortzahlung des Rentenbeitrages durch die Pflegekasse.

Die Bedingungen dafür sind:
Der Pflegende ist regelmäßig mehr als 14 Stunden wöchentlich pflegend aktiv, darf nicht mehr als 30 Wochen-Stunden erwerbstätig sein und es muss bei der pflegebedürftigen Person mindestens der Pflegegrad 2 vorliegen.

Steuervorteil:
Wird eine zusätzliche private Pflegeversicherung abgeschlossen, können die Kosten als allgemeine Versorgungsaufwendungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Fazit:
Durch die Pflegereform werden die tatsächlichen Kosten für den Pflegeaufwand nicht ausreichend gedeckt. Trotz des erhöhten Pflegesatzes bleiben immer noch erhebliche Kosten an dem Pflegebedürftigen oder den Angehörigen hängen.

Für die Pflegegrade 2 und 3 haben sich die Leistungen für die stationäre Pflege sogar verringert. Eine zusätzliche private Pflegeversicherung kann im Falle einer Pflegebedürftigkeit die Situation deutlich verbessern.

Das passende Modell für eine private Zusatzversicherung können Sie mit diesen Hintergrundinformationen besser ermitteln und einschätzen.

Wichtig: Sie können eine private Pflegezusatzversicherung nur dann abschließen, wenn noch keine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde. Für eine bereits bestehende Pflegebedürftigkeit kommt unter Umständen eine Pflege-Bahr Versicherung in Betracht.

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Pflegegrade – Diese Kosten sind zu zahlen

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Pflegestärkungsgesetz Teil 2 – Das ändert sich finanziell

Die Pflegegade bringen positive VeränderungEtwa 2,7 Millionen haben in Deutschland Pflegestufen (Stand 2015) erhalten, die nun im Jahr 2017 durch die sogenannten Pflegegrade ersetzt werden. Bis 2030, so sagen es Prognosen des Statistischen Bundesamtes voraus, steigt die Zahl auf 3,5 Millionen an, bis 2050 soll sie sich verdoppelt haben. Über zwei Drittel der Familien (71 Prozent) entscheiden sich für die Pflege der Angehörigen in den eigenen vier Wänden. Unterstützt werden Sie durch ambulante Pflegedienste. Die gesetzliche Pflegeversicherung trägt dabei einen Teil der Kosten. Damit lassen sich in der Regel jedoch nicht alle notwendigen Leistungen abdecken. Selbst bei maximaler Zuzahlung durch die Pflegeversicherung kann der Betrag nicht einmal die Hälfte der Kosten eines Platzes in einem Pflegeheim abdecken. Für die Finanzierung des darüber hinaus entstehenden Aufwandes kommt der Pflegebedürftige selbst oder seine Familie auf. Verständlich, dass die Sorge, im Alter zu einem Pflegefall zu werden, wächst. Grund genug, bereits in jungen Jahren mit einer privaten Pflegeversicherung für das Alter vorzusorgen.

Wie werden die Pflegegrade eingestuft und welche Leistungen gibt es

Die Pflegeleistungen hängen von dem Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Mehr als zehn Jahre rangen die Verantwortlichen um eine neue Definition der Pflegebedürftigkeit und um eine stärkere Individualisierung der Pflege. Im Pflegestärkungsgesetz ab 2017 sind neue Regeln festgelegt, die darüber bestimmen, wer und wann auf welche Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung Anspruch hat.

Die Pflegeleistungen betragen beispielsweise bei erheblichen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (Pflegegrad 2) 689 EUR, bei schweren Beeinträchtigungen (Pflegegrad 3) 1.298 EUR und bei schwersten Beeinträchtigungen (Pflegegrad 4) 1.612 EUR. Diese Beträge stehen für eine ambulante Pflege im häuslichen Umfeld zur Verfügung. Die darüber hinausgehenden Ausgaben müssen aus eigener Tasche finanziert werden.

Ist eine vollstationäre Betreuung, also eine Unterbringung in einem Pflegeheim, notwendig, verändern sich die Leistungen, die über die gesetzliche Pflegeversicherung bereitgestellt werden. Für vollstationäre Pflege muss jeder Betroffene außerdem einen pflegebedingten Eigenanteil zahlen.

Neuregelungen in dem Pflegestärkungsgesetz (PSG II)

Unterschieden werden seit dem 01.01.2017 die Pflegegrade 1 bis 5 und nicht länger die Pflegestufen 0 bis 3. Generell lässt sich sagen, dass für Personen mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen die Regel „+1“ gilt, d.h. aus der bisher geltenden Pflegestufe 1 wird Pflegegrad 2, aus Pflegestufe 2 wird Pflegegrad 3 usw.

Für die Personengruppe, bei denen zusätzlich zur Pflegebedürftigkeit noch eine eingeschränkte Alltagskompetenz (Demenz) festgestellt wurde, gilt die Regel „+2“, also aus der bisher geltenden Pflegestufe 1 + Demenz wird Pflegegrad 3, aus Pflegestufe 2 + Demenz wird Pflegegrad 4 usw.

Viele Pflegebedürftige erhalten mit Einführung der Pflegegrade ab 2017 mehr Geld und umfangreichere Leistungen. Dadurch dass nun eine individuellere Begutachtung möglich ist, profitieren besonders Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenzkranke) von den neuen Einstufungskriterien. Früher mit Pflegestufe 0 eingruppiert, werden sie nun unter Pflegegrad 2 erfasst und erhalten monatlich 458 EUR mehr für Pflegesachleitungen, also eine ambulante Pflege durch einen Pflegedienst. Wer bisher die Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz) bekam, wird nun in den Pflegegrad 3 eingestuft und erhält sogar 609 EUR mehr für Pflegesachleistungen.

Pflegegrade ersetzen PflegestufenNeu ist der Pflegegrad 1. – unter diesem werden zukünftig Menschen erfasst, die bisher unberücksichtigt blieben. Unberücksichtigt deshalb, weil sie im Wesentlichen noch selbstständig sind und nur geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten vorliegen. Personen, die in den neuen Pflegegrad 1 eingestuft werden, erhalten jedoch lediglich einen Betrag von 125 EUR monatlich („Entlastungsbetrag“), der zudem noch zweckgebunden ist und beispielsweise für wohnungsverbessernde Maßnahmen oder Pflegeberatung eingesetzt werden kann. Für eine ambulante Pflege sind im Pflegegrad 1 keine Leistungen vorgesehen.

Wichtig: Eine weitere Neuerung betrifft die Unterbringung in Pflegeheimen. Der Eigenanteil ist einheitlich für alle Pflegestufen und wird vom Bundesgesundheitsministerium auf durchschnittlich 590 EUR geschätzt. Zu diesen Kosten werden jedoch noch weitere Posten hinzugezogen. Demnach müssen die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und anteilige Investitionskosten der Einrichtungen durch Eigenleistung erbracht werden.

Die Familie springt ein: Problem gelöst?

Diese Frage kann von vornherein verneint werden!

In den überwiegenden Fällen wird bei Pflegebedürftigkeit die Pflege kombiniert: Die Arbeit professioneller ambulanter Dienste wird durch die der Angehörigen ergänzt. Finanziell bedeutet dies, dass bei Pflege durch Angehörige Pflegegeld gezahlt wird und damit die Pflegesachleistungen um den entsprechenden Anteil reduziert werden. Das Pflegegeld für Angehörige, die körperlich eingeschränkte Personen pflegen, wird ab 2017 für die Pflegegrade 2 und 3 erhöht und bleibt unverändert im Pflegegrad 4. Bei verminderter Alltagskompetenz ist die Steigerung deutlich höher.

Zusätzlich können Menschen, die zu Hause gepflegt werden, vom Entlastungsbetrag Gebrauch machen. Der zweckgebundene Betrag (125 EUR) kann hier beispielsweise für Hilfe beim Einkaufen oder für Gedächtnistraining eingesetzt werden. Welche Leistungen beansprucht werden können, erfragen Sie am besten bei Ihrer Pflegekasse oder dem Pflegestützpunkt. Sie variieren von Bundesland zu Bundesland.

Bei umfangreicherer Pflegebedürftigkeit ist eine zusätzliche Qualifikation und somit die Einbindung ambulanter Pflegedienste unvermeidbar. Pflegende Angehörige haben Zugriff auf kostenlose Pflegekurse, die von den Pflegekassen in Zusammenarbeit mit Pflegediensten oder Altenpflegeschulen angeboten werden. Diese Kurse können zu Hause oder mit anderen pflegenden Angehörigen zusammen in Schulungsräumen (z. B. beim DRK) durchgeführt werden.

Wichtig: Angehörige sollten wissen, dass es die Möglichkeit der Tages- / Nachtpflege gibt. Die Pflegebedürftigen leben zwar grundsätzlich in ihrem häuslichen Umfeld, benötigen aber tagsüber oder auch nachts stundeweise verstärkt Betreuung. In den meisten Fällen sind die Angehörigen berufsbedingt nur eingeschränkt in der Lage, Pflegeaufgaben rund um die Uhr zu übernehmen.
Wenn Sie die Pflege eines Angehörigen übernommen haben oder übernehmen wollen, stehen Sie vor vielen Herausforderungen. Die Tätigkeit als Pflegender ist seelisch und körperlich, aber auch finanziell eine Belastung. Aus diesem Grund hat die Verbraucherzentrale nützliche Informationen für „Pflegende Angehörige“ zusammengetragen.

Kann ein Pflegender kurzzeitig seine Aufgaben nicht übernehmen, stehen verschiedene Lösungen zur Verfügung. Welche Mittel genau angeboten werden, erfragen Sie am besten bei Ihrer Pflegekasse oder dem Pflegestützpunkt, da diese vom Pflegegrad abhängen:

Kurzzeitpflege
Wenn die Pflege zu Hause vorübergehend nicht möglich ist, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für eine Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung.

Verhinderungspflege
Ist die Pflege für einen kurzfristigen Zeitraum, z. B. aufgrund eines Urlaubs oder einer Krankheit nicht möglich, finanziert die Pflegeversicherung einen Ersatz für die Pflege zu Hause. Dies gilt auch, wenn der Pflegende zur Entlastung einfach eine kurze Auszeit braucht.

Tages-/ bzw. Nachtpflege
Wenn die Pflege zu Hause aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht ganztägig möglich ist, kann die pflegebedürftige Person stundenweise in einer Tages- / bzw. Nachtpflege betreut werden. Für diese Leistung kann zum Beispiel der Entlastungsbetrag von 125 EUR monatlich genutzt werden.

Die Unterbringung im Pflegeheim

Eine besondere Herausforderung stellt die Unterbringung in einem Pflegeheim dar. Der Bundesgerichtshof hat zahlreiche Urteile gefällt, die die Höhe der Beteiligung an den Pflegekosten festlegt. Verwandte ersten Grades, also Kinder, sind zum Unterhalt verpflichtet. Die Höhe variiert, wenn eigene Kinder zu versorgen sind oder der Ehepartner kein Einkommen besitzt. Grundsätzlich müssen die leiblichen Kinder zahlen. In einigen Fällen wird das Gehalt des gut verdienenden Ehepartners und Vermögen zusätzlich zur Berechnung herangezogen.

Private Pflegeversicherung: Wann ist sie sinnvoll?

Mit einer privaten Pflegeversicherung lässt sich gelassener in die Zukunft blicken. Angesichts steigender Lebenserwartung und der Tatsache, dass mit dem Alter Einschränkungen verbunden sind, ist die Sorge, irgendwann auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, berechtigt. Aber selbst in jungen Jahren ist niemand davor geschützt, nicht plötzlich auch zum Pflegefall zu werden.

Prominente Beispiele für pflegebedürftige Menschen kennen wir alle

Wer hätte jemals geglaubt, dass ein Michael Schumacher ausgerechnet nach dem Ende seiner Karriere infolge eines Unfalls gelähmt und damit pflegebedürftig sein würde? Oder dass die Moderatorin Monica Lierhaus nach einem medizinischen Eingriff sich als Bedürftige in einem Pflegegrad wiederfindet? Nicht nur diese beiden Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, bereits in jungen Jahren durch eine zusätzliche Pflegeversicherung vorzusorgen.

Bereits heute ist es offensichtlich, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen, um die Kosten eines Pflegebedürftigen zu decken. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um die Hilfe zu Hause handelt oder die Unterbringung in einem Pflegeheim. Zur Unterstützung werden in beiden Fällen Angehörige herangezogen. In der ambulanten Betreuung wird in der Regel die professionelle Pflege mit der durch die Angehörigen kombiniert. Sie wird über das Pflegegeld als Anteil der Pflegeleistungen finanziert. Bei Betreuung in einem Pflegeheim fließen bei der Berechnung des Eigenanteils nicht selten die Einnahmen der Kinder ein. Mit der gesetzlichen Pflegeversicherung ist, wie bei einer Teilkaskoversicherung, nur ein Teil der anfallenden Kosten abgedeckt. Die Pflege ist unabhängig vom Pflegegrad immer noch teuer, denn die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt gerade einmal ein Drittel der anfallenden Kosten. Eine private Pflegeversicherung hilft, unter dem Strich, die entstehende Finanzierungslücke zu verringern.

Nützliche Informationen zum Thema Pflegebedürftigkeit und Pflege von Angehörigen bieten folgende Links:

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Pflegeversicherung 2017 – Die Änderungen

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Pflegestärkungsgesetz – Die Änderungen zum 1. Januar 2017

Mit diesem Beitrag eröffnen wir einen Dreiteiler zum Thema „Pflegeversicherung 2017“.
Das neue Jahr präsentiert sich mit bedeutenden Änderungen in der Pflegeversicherung. Nun mögen die Jüngeren unter uns meinen, das beträfe sie nicht – weit gefehlt. Das Altern lässt sich nicht verhindern. Wer in jungen Jahren vorsorgt, profitiert von preisgünstigeren Monatsbeiträgen. Prominente Beispiele beweisen, dass niemand ausschließen kann, unverschuldet pflegebedürftig zu werden.

Änderungen der Pflegeversicherung 2017 Seit Jahren ringen die Verantwortlichen um eine grundlegende Reform des Pflegestärkungsgesetzes. Grund ist die steigende Zahl der Hochbetagten, die durch den demografischen Wandel widerspiegelt wird. Mit der ersten Fassung des Pflegestärkungsgesetzes von 1995 wurde versucht, diesem Trend Rechnung zu tragen. Rasch wurde Kritik laut, denn u.a. die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit war heftig umstritten.

Bewertet wurden bislang vorrangig körperliche Einschränkungen. Die Unterstützung für Demenz-Kranke war unzureichend. Wenig Berücksichtigung fand außerdem die Aufrechterhaltung einer gewissen Selbstständigkeit. Die genannten Aspekte wurden zum Kernpunkt der neuen und umfangreichsten Reform, dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II), das mit dem 1. Januar 2017 in Kraft trat. Die neuen Regelungen betreffen nahezu alle Pflegebereiche und Formen der Pflege.

Die Kenntnis der Neuerungen hilft den Betroffenen und deren Angehörigen, das optimale Paket aus Leistungen der gesetzlichen sowie einer privaten Pflegezusatzversicherung zu schnüren.

Demenzkranke werden im neuen Pflegestärkungsgesetz stärker berücksichtigt

Die Entlastung durch das neue Pflegestärkungsgesetz fällt besonders stark bei der Pflegebedürftigkeit von Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz-Kranke) aus. Bis zu 609 EUR mehr stehen aus Beiträgen der gesetzlichen Pflegeversicherung für die Pflege zu Hause zur Verfügung. Früher der Pflegestufe 0 zugeordnet, kommen sie in den 2. Pflegegrad. Menschen, deren Alltagskompetenz beträchtlich eingeschränkt ist, rücken in den übernächsten Pflegegrad auf. Das heißt, Pflegestufe 1 entspricht jetzt Pflegegrad 3, Pflegestufe 2 entspricht Pflegegrad 4 und Pflegestufe 3 Pflegegrad 5.

Menschen mit rein körperlichen Einschränkungen werden bei bisher vorliegender Pflegestufe 1 in den Pflegegrad 2 übergeleitet. Bei Pflegestufe 2 tritt ab 2017 der Pflegegrad 3 in Kraft. Pflegestufe 3 bedeutet ab jetzt Pflegegrad 4.

Pflegestufen werden zu Pflegegraden ohne Einbußen der Betroffenen

Wer im Besitz einer Pflegestufe war, wurde im Dezember 2016 über die Einstufung in die neuen Pflegegrade durch die Pflegekasse informiert. Diese Überführung erforderte kein neues Begutachtungsverfahren. Mit den neuen Pflegegraden ist eine Erhöhung der maximal gezahlten Leistungen pro Monat aus der gesetzlichen Pflegeversicherung verbunden.

Bei ambulanter, also häuslicher Pflege durch einen Pflegedienst stehen folgende Geldmittel zur Verfügung:

• Pflegegrad 2 = stehen 689 EUR zur Verfügung
• Pflegegrad 3 = erhalten die Betroffenen bis zu 1.298 EUR
• Pflegegrad 4 = sind es 1.612 EUR
• Pflegegrad 5 = sind es bis zu 1.995 EUR

Das bedeutet für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz ein Plus von 314 bis 609 EUR. Bei körperlichen Einschränkungen profitieren nur Betroffene in den früheren Pflegestufen 1 und 2 (jetzt Pflegegrad 2 und 3). Sie erhalten 221 EUR beziehungsweise 154 EUR mehr. In der bisherigen Pflegestufe 3 (Pflegegrad 4) bleiben die Leistungen unverändert.

Neu ist der Pflegegrad 1, den es bis jetzt noch nicht gab. Er ist für Menschen vorgesehen, deren Selbstständigkeit gering eingeschränkt ist. Sie haben Zugang zu speziellen Leistungen, die helfen sollen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten. Diejenigen, die dort eingestuft werden, haben erstmals die Möglichkeit auf Zuschüsse für Wohnungsanpassungen (bis zu 4.000 EUR im Jahr) und Pflegehilfsmittel zuzugreifen. Außerdem steht ihnen ein Entlastungsbetrag zur Verfügung.

Mehr individuelle Möglichkeiten für die Pflege zu Hause

Das neue Pflegestärkungsgesetz legt großen Wert auf eine verbesserte Zusammenarbeit von Angehörigen und professionellen Pflegekräften. Diese Kooperation wird durch den Ausbau der entsprechenden Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung unterstützt.

Grundsätzlich stehen verschiedene Pflegemodelle für die Pflege zu Hause zur Verfügung. Angehörige können alleine die Betroffenen pflegen oder dies durch einen ambulanten Pflegedienst durchführen lassen. Wer die Pflege der betroffenen Person aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht gänzlich selbst übernehmen kann, kann die ambulanten Pflegedienste ergänzend hinzuziehen. Die Leistungen der Pflegekassen unterscheiden sich je nach Pflegemodell.

Werden ausschließlich Dienste einer ambulanten Pflegeeinrichtung in Anspruch genommen, stehen dafür die gesamten Leistungen zur Verfügung. Pflegen Angehörige, erhalten sie ein Pflegegeld. Dies ist entsprechend des Pflegegrades gestaffelt:

• Bei Pflegegrad 2 sind es max. 316 EUR
• Bei Pflegegrad 3 werden es max. 545 EUR
• Bei Pflegegrad 4 bekommt man max. 728 EUR
• Bei Pflegegrad 5 hat man max. 901 EUR

Werden beide Leistungen kombiniert, die Pflege also durch Angehörige und ergänzend von einem ambulanten Pflegedienst übernommen, reduziert sich das gezahlte Pflegegeld. Zugrunde gelegt wird der Betrag, der für die Leistungen des ambulanten Pflegedienstes in Anspruch genommen wird. Betragen diese Leistungen beispielsweise 50 Prozent der gesamten, von der Pflegekasse gezahlten Kosten, stehen den pflegenden Angehörigen nur noch 50 Prozent des Pflegegeldes zur Verfügung.

Pflege im Heim bleibt die kostspieligste Variante der Pflege

Stationäre PflegebedürftigeDie Unterbringung bei Pflegebedürftigkeit kann teilstationär oder vollstationär erfolgen. Bei einer teilstationären Pflege, also einer zeitweiligen Unterbringung (Tages– oder Nachtpflege), werden ebenfalls Leistungen durch die gesetzliche Pflegeversicherung gezahlt. Diese Form der Pflege ist besonders für pflegende Angehörige interessant. Sie ermöglicht eine zeitweise Betreuung in einer Pflegeeinrichtung.

 

Ist die pflegebedürftige Person dauerhaft in einem Heim untergebracht, wird auch sie unterstützt. Durch die Umstellung auf das System der Pflegegrade kann es für Menschen im Pflegeheim zu Einbußen kommen. Das Pflegestärkungsgesetz räumt in diesem Fall jedoch einen Bestandsschutz ein. Das bedeutet: Sollte der Eigenanteil der zu pflegenden Person plötzlich höher ausfallen als vor der Reform, werden Zuschüsse ausgezahlt, die den finanziellen Unterschied ausgleichen.

Pflegebedürftige, die dem neuen Pflegegrad 1 zugeordnet werden, erhalten mit dem 1. Januar 2017 ebenfalls Anspruch auf Leistungen der vollstationären Pflege. Diese Personengruppe erhält jedoch lediglich einen Zuschuss von 125 EUR.

Einheitliche Kosten für Eigenanteile bei vollstationärer Pflege

Wenn in der Vergangenheit der Pflegebedürftige höher eingestuft wurde, stiegen damit verbunden auch die Leistungen der Pflegeversicherung, doch auch die Eigenleistungen wurden dadurch höher. Diese Vorgehensweise wird es in Zukunft nicht mehr geben, da das neue Gesetz einen einheitlichen Eigenanteil für vollstationär gepflegte Menschen in den Pflegegraden 2 bis 5 vorschreibt. Somit entstehen für Menschen, die vor dem 1. Januar 2017 in einer vollstationären Pflegeeinrichtung waren oder diese beantragt hatten und 2017 die Bewilligung erhalten, keine finanziellen Einbußen.

Für alle neu zu beurteilenden Pflegebedürftigen bedeutet das jedoch Folgendes:

Bei Pflegegrad 2 reduzieren sich die Leistungen um 297 EUR auf 770 EUR, bei Pflegegrad 3 werden 1.282 EUR und damit 68 EUR weniger gezahlt. Erst Pflegegrad 4 profitiert mit 1.775 EUR und einem Plus von 163 EUR gegenüber den bisherigen Regelungen. Unabhängig von der Pflegestufe reichen die gezahlten Leistungen aus der Pflegeversicherung in keinem Fall aus, den Eigenanteil zu finanzieren. Hier macht es Sinn, über eine private Pflegeversicherung nachzudenken, da sie helfen kann, die Finanzierungslücke zu verringern.

Anpassung der privaten Pflegeversicherung

Gesetzliche Pflegeleistungen werden trotz weitreichender Verbesserungen auch in Zukunft nicht reichen, um alle anfallenden Kosten bei Pflegebedürftigkeit zu decken. Wo eigenes Einkommen und Vermögen nicht die mehrere Hundert Euro pro Monat betragenden Mehrkosten ausgleichen können, hilft die private Pflegeversicherung. Viele der angebotenen Policen berücksichtigen die neuen Pflegegrade. Für die private Pflegeversicherung gibt es verschiedene Arten. Bei der Pflegetagegeldversicherung wird, je nach Pflegegrad, ein vereinbartes Tagegeld ausgezahlt. Wer eine Pflegerentenversicherung abschließt, erhält Zuschüsse in Form einer Rente, die ebenfalls vom Pflegegrad abhängt. Für beide Arten existiert trotz des neuen Pflegestärkungsgesetzes eine Leistungsgarantie. Das bedeutet: Werden aktuell Leistungen bezogen, bleiben sie im gleichen Umfang bestehen. Bei der Pflegekostenversicherung werden nachgewiesene Kosten für die Pflege bis zu einer Höchstgrenze gezahlt.

Diese zusätzlichen Änderungen bringt das Pflegestärkungsgesetz II

Es sind weniger Anträge auszufüllen. Beispielsweise können pflegebedürftige Personen einfacher Duschstühle oder Gehilfen erhalten, sofern der medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenversicherung diese Pflegehilfsmittel empfiehlt.

Pflegende Angehörige werden sozial besser abgesichert

Pflegende Angehörige erhalten Ansprüche auf Beitragszahlungen in die Rentenversicherung durch die Pflegekasse. Zudem sind sie besser abgesichert, sollten sie später arbeitslos werden.

Übergangspflege für Personen ohne Pflegegrad/-stufe (seit 1. Januar 2016)

Für Menschen, die nicht in einen Pflegegrad eingestuft werden können, gibt es bereits seit dem 1. Januar 2016 eine Möglichkeit der Pflegeunterstützung. Das sogenannte Krankenhausstrukturgesetz schließt die Lücke für kurzweilig pflegebedürftige Personen mit der Übergangspflege. Wer kann die Übergangspflege erhalten?

Diese Art der Pflege erhalten Menschen, die durch eine Operation gehandicapt sind oder aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung sich nur bedingt selbst versorgen bzw. eingeschränkt bewegen können. Sie haben Anspruch auf eine Grundpflege von bis zu vier Wochen. Zu den Leistungen zählen die häusliche Krankenpflege sowie die Haushaltshilfe. Sollten behinderte Kinder oder Kinder unter 12 Jahren im Haushalt leben, kann die Haushaltshilfe auf bis zu 26 Wochen verlängert werden. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Kurzzeit-Pflegeeinrichtung eingebunden werden, die für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr genutzt werden kann. An den anfallenden Kosten beteiligt sich die Krankenkasse mit einer Summe von 1.612 EUR jährlich.

Fazit: Mit dem ab 2017 geltenden Pflegegesetz wurde die individuelle Pflege verstärkt. Gleichzeitig verbessert sich die Situation bei Pflegebedürftigkeit mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Für die Pflege zu Hause stehen in den meisten Fällen mehr Mittel zur Verfügung. Die Unterbringung in Pflegeheimen kann finanziell ungünstiger sein. Trotz vielfach höherer Leistungen im neuen Pflegestärkungsgesetz lassen sich die Kosten der Pflege nach wie vor nicht komplett darüber finanzieren. Welche Änderungen zudem noch durchgeführt wurden, können Sie dieser Liste entnehmen.

Die Empfehlung für eine private Pflegeversicherung kommt aus nahezu allen Kreisen der Gesellschaft. Verschiedene Modelle der privaten Pflege-Absicherung erlauben eine individuelle Anpassung an die Lebenssituation.

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Rückenschmerzen – nicht gleich zur OP

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Rückenschmerzen: Trotz Behandlung – der Schmerz bleibt

„Ich habe Rücken!“ – mit dieser etwas flapsigen Formulierung werden Rückenschmerzen beschrieben. Mehr als 80% der Bevölkerung sind mindestens einmal in ihrem Leben davon betroffen. Erstaunlicherweise erwischt es auch diejenigen, die Sport machen und sich ansonsten einer guten Gesundheit erfreuen. Wie ist das Phänomen zu erklären? Verschiedene Studien, beispielsweise die der Bertelsmann Stiftung (November 2016), haben das Phänomen beleuchtet und interessante Zusammenhänge festgestellt.

Betroffene suchen oft den Rat eines Spezialisten. Dadurch werden natürlich die Krankenkassen alarmiert. Nicht zuletzt deshalb, weil sich inzwischen gezeigt hat, dass in den meisten Fällen nicht die teure „Apparatemedizin“ der Schlüssel zum Erfolg ist. Mögliche Ursachen lassen sich oft ohne aufwendige Untersuchungen eingrenzen. Nicht selten findet sich der geeignete Ansatz für eine wirkungsvolle Behandlung schon allein im ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Arzt.

Was kann der Einzelne selbst gegen die Schmerzen im Rücken tun? Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden? Tipps und Informationen, im Folgenden zusammengestellt, geben eine Antwort.

Rückenschmerz ist nicht gleich Rückenschmerz

Rückenschmerzen müssen nicht sofort operiert werdenEs ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz – Schmerzen im Rücken sind keine „Zipperlein“. Besteht der Verdacht, dass die Schmerzen nicht von Bewegungsmangel oder ungünstiger Körperhaltung herrühren, sie sogar bereits über eine längere Zeit anhalten und an Stärke zunehmen, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Treten sie im unteren Bereich des Rückens, im Englischen „lower back pain“, auf, betreffen sie die Lendenwirbelsäule. Die Schmerzen weisen nicht immer auf eine Ursache an der Wirbelsäule hin. Sie können auch auf Erkrankungen von anderen Körperregionen hinweisen. Zum Beispiel kann es auch an einer Erkrankung der Genitalien, der Nieren oder der Bauchspeicheldrüse liegen.

Im mittleren Bereich der Wirbelsäule führen am häufigsten Verletzungen oder Muskelreizungen zu den Schmerzen.

In der Nacken- und Schulterregion ist überwiegend eine falsche Körperhaltung am Arbeitsplatz verantwortlich für die Beschwerden. Auch psychische Faktoren werden hier schmerzhaft spürbar.

Unterschieden werden, je nach Dauer, die akuten Beschwerden, die maximal sechs Wochen andauern, von den chronischen, wiederkehrenden. Sie können über drei Monate und länger das Befinden einschränken. Bei letzteren steigt deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene weitere Beschwerden oder Erkrankungen hat. Diese gehen oftmals mit Gelenkerkrankungen, Osteoporose oder Depressionen einher.

Bei spezifischen Erkrankungen mit Rückenschmerzen lässt sich eine eindeutige Ursache feststellen und diese kann durchaus außerhalb der Wirbelsäule liegen. Verspannungen nach Fehlbelastung, Blockaden oder Verschleiß gehören dazu. Aber auch eine Gürtelrose oder Nierenbeckenentzündung verursacht Schmerzen in der Rückengegend. Weitaus häufiger wird der Arzt jedoch mit unspezifischen Rückenschmerzen konfrontiert. Bei denen ist häufig keine eindeutige Ursache nachweisbar. Dies macht die Situation schwierig und verleitet den gerne Mediziner zu einer ausgedehnten Diagnostik. Diese schließt oft die kostspieligen bildgebenden Verfahren ein.

Der Arzt als Freund, aber nicht immer als Helfer

In der Bertelsmann Studie zum Thema Rückenschmerzen als Volksleiden wurde resümiert, dass viele der Arztbesuche und Untersuchungen überflüssig sind. Jedes fünfte Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sucht mindestens einmal im Jahr wegen eines Rückenleidens den Arzt auf. Davon erscheinen etwa 27 Prozent von ihnen sogar mehrmals in der Praxis. Dadurch wird klar, welche Kostenbelastung das Gesundheitswesen zu tragen hat. In vielen Fällen werden Röntgen-, Computer- und Magnetresonanztomografie-Aufnahmen zur Vervollständigung der Palette genutzt. Im Ergebnis zeigt sich jedoch, dass 85 Prozent der Untersuchungen keinen Befund ergeben. Und am Ende handelt es sich um eine akute und unkomplizierte Form des Rückenschmerzes.

Oft scheint es, als sei diese Form der Diagnostik bereits eine Art Behandlung! Bereits in 50 Prozent der Fälle wurde sie beim Erstbesuch angeordnet, ohne eine konservative Behandlung mit Physiotherapie oder Schmerzmitteln in Erwägung gezogen zu haben. Dieser vorschnelle Einsatz bildgebender Verfahren schlägt sich auf die Kosten im Gesundheitswesen und schließlich auf die Beiträge für die Krankenkassen nieder.

An die Stelle der gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung tritt immer stärker die apparative Diagnostik. Diese Tendenz wird sowohl durch die Daten der Bertelsmann Studie als auch die des Institutes für Gesundheitsforschung gestützt.

Diese Fehler deckte die Studie auf

Sieben Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung haben an der Studie teilgenommen und zum Thema Rückenleiden Auskunft gegeben. Eine bemerkenswerte Schlussfolgerung betrifft die Patienten selbst: Die Erhebung stellte fest, dass Patienten den Arzt offensichtlich gerne zu einem Durchleuchten mit Geräten überreden. Zudem wurde auf Fehler hingewiesen, die möglichst besser ausgeschlossen werden sollten.

Der erste Fehler ist schon die bloße Überlegung, den Arzt aufzusuchen. Oft erfolgt der Besuch zu früh, weil die Schmerzen auch ohne Behandlung nach kurzer Zeit wieder vergehen können.

Der zweite Fehler ist, dass die Patienten auf Gerätemedizin bestehen. Die damit erzielten Untersuchungsergebnisse werden oft überinterpretiert, was weitere Untersuchungen erforderlich zu machen scheint.

Der dritte Fehler ist die mit besorgter Miene vorgetragene Ruheempfehlung des Arztes. Sie ist in zweifacher Hinsicht fehl am Platze: Es verstärkt unangemessen das Krankheitsgefühl und widerspricht den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Nach denen ist gerade die gezielte Bewegung als Therapie zielführend. Es ist besser, den Rücken in Bewegung zu halten und vorbeugend zu trainieren. Getreu dem Spruch von Sebastian Kneipp (Hydrotherapeut und Namensgeber der Kneippkur): „Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“

Der vierte Fehler ist die Tatsache, dass die Verordnung von Gerätemedizin seitens des Arztes (Orthopäden) oft zu schnell erstellt wird. Eine ausführliche Anamnese hilft, diese vorschnelle Entscheidung zu umgehen. Ein weiterer negativer Aspekt hierbei ist die Behandlung mit Röntgenstrahlen, die den Körper belasten. Nicht nur bei Frauen im gebärfähigen Alter ist diese Herangehensweise gefährlich.

Ein fünfter Fehler ist, dass aufgrund der Befunde von bildgebenden Maßnahmen falsche Diagnosen erstellt werden, die auf Überbewertung basieren. Dadurch erhält der Patient das Gefühl, dauerhaft oder gar chronisch krank zu sein und die Beschwerden kehren häufiger wieder zurück.

Selbst ist der Mann / die Frau

Natürlich beeinträchtigen Rückenschmerzen die Gesundheit. Es muss nicht erwähnt werden, dass die damit verbundenen Arbeitsausfallzeiten beträchtlich sind.

Bei akuten Rückenbeschwerden lohnt es, den Verlauf zu beobachten und nach möglichen Ursachen im täglichen Umfeld zu fahnden:

  • Lassen sich diese vermeiden?
  • Sind ungünstige Hebebewegungen schuld?
  • Ist der Arbeitsplatz rückenunfreundlich eingerichtet?
  • Kommen Bewegung und Sport im Alltag zu kurz?
  • Macht anhaltender Stress zu schaffen?

Positive Veränderungen verhelfen zu einer Besserung und können ohne ärztliche Unterstützung vollzogen werden.

Bevor die schweren Geschütze bei der Behandlung aufgefahren werden, lohnt es sich abzuwägen, ob Entspannungsverfahren und autogenes Training den Stress abbauen können. Wärmebehandlungen lassen die Muskeln entspannen, auch Akupunktur kann die Schmerzen lindern. In anderen Fällen hilft auch schon mal die vorübergehende Einnahme von Schmerzmitteln. Spezielle Rückenübungen, oft in Kursen als Rückenschule angeboten, stärken die Muskulatur und damit die Gesundheit. Diese werden von vielen gesetzlichen Krankenversicherungen auch finanziell bezuschusst.

Besonders positive Effekte zeigen Pilates-Übungen bei chronischen, unspezifischen Beschwerden des unteren Rückens. In einer amerikanischen Publikation (Journal of Physical Therapy, 2016) wurden die Ergebnisse aus verschiedenen Studien zusammengefasst. Es konnte eindeutig belegt werden, dass sich durch Pilates die Beschwerden verringerten und die Beweglichkeit erhöht wurde. Pilates ist inzwischen auch in Deutschland keine Geheimwaffe mehr.

Informieren Sie sich über Rückenschmerzen – dann erst zum Arzt

Steht der Termin beim Arzt bevor, ist es nicht sinnvoll, sofort auf bildgebende Untersuchungen zu drängen. Wie der bekannte Mediziner und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen in seinem Video erklärt, schadet Überdiagnostik. Mit einem Augenzwinkern erklärt er, dass der Arzt nur lang genug hinschauen muss, damit sich etwas Ungewöhnliches entdecken lässt. Doch bleibt die Frage: „Besitzen diese sogenannten Veränderungen Krankheitswert?“ In der Regel nicht! Sie sorgen jedoch für Verunsicherung und lassen den Betroffenen sich gleich ein wenig kränker fühlen.

Dr. von Hirschhausen empfiehlt, zur Vorbereitung des Arztbesuches selbst einen Faktencheck durchzuführen. Fragen nach dem Beschwerdebild, bestimmte Informationen zu Begleiterkrankungen, Medikamenten sowie der Lebenssituation helfen dem Arzt, mögliche Ursachen einzugrenzen und andere auszuschließen. Am Ende des Gespräches sollte die Antwort nach der Ursache wie auch nach den Möglichkeiten der Behandlung stehen. Dabei ist es sinnvoll, nach alternativen Therapien wie auch den Risiken bestimmter Behandlungen gezielt zu fragen. Nicht zu vergessen ist auch die Auskunft darüber, was passiert, wenn nur abgewartet und beobachtet wird!

Unsere Wirbelsäule ist eine geniale Konstruktion wegen ihrer Stabilität und Beweglichkeit. Sie verdient unsere Aufmerksamkeit, schon bevor sie sich schmerzhaft bemerkbar macht. Nicht umsonst gehören Rückenschmerzen zu den Zivilisationskrankheiten. Lange sitzende Tätigkeiten und immer weniger Bewegung fördern Beschwerden. Obwohl das keine neuen Erkenntnisse sind, verschwinden sie immer wieder aus dem Blickfeld. Plagen erst die Schmerzen im Rücken, werden allzu rasch die „schweren Geschütze“ aufgefahren. Dabei wird oft übersehen, dass die einfachen Dinge wirkungsvoller sein können.

Nun genug gesessen und gelesen: Zeit für ein paar Übungen zum Ausgleich!

• Die Hände hinter dem Kopf verschränken und langsam nach links und rechts drehen, dann die Schultern locker hängen lassen.
• Nun die Hände mit verschränkten Fingern weit nach vorne strecken, dabei die Handflächen nach außen drehen und einen Buckel machen, mit dem Kinn zur Brust.

Es gibt zahlreiche Rückenübungen für zwischendurch und zur Entlastung des Rückens. Für rückenfreundlichen Sport ist es nie zu spät.

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Continentale Krankenversicherung-Studie 2016

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Studie des Continentale Krankenversicherungsverbund 2016:

Zukunft: GKV-Beitrag kann medizinische Versorgung nicht decken belegt die Continentale

Mehr als 80 Prozent der befragten Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung glauben, dass allein die gesetzlichen Beiträge eine zukünftige gesundheitliche Versorgung nicht abdecken werden. Daher ist es um so verwunderlicher, dass gerade junge Leute kaum Krankenzusatzusatzversicherungen abschließen.

Continentale Krankenversicherungsverbund Studie 2016 | ACIOVon allen gesetzlich Versicherten schauen 80 Prozent skeptisch in die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Rund 60 Prozent der Versicherten sind momentan mit dem Gesundheitssystem zufrieden – acht Prozent weniger als bei der letzten Befragung. Das zeigten die Ergebnisse des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest, welches für den Krankenversicherungsverbund der Continentale vor Kurzem eine Studie erhob. Seit 2001 wird die Studie der Continentale jährlich veröffentlicht. Diesmal wurden mehr als 1.300 Menschen ab 25 Jahren telefonisch befragt. 187 waren davon privat Krankenversicherte. Verständlicherweise wurden zum Thema Zusatzkrankenversicherung nur die GKV-Versicherten interviewt, schließlich sollte eine PKV (private Krankenversicherung) bereits alle benötigten Zusatzleistungen beinhalten.

Welche Rückschlüsse aus dieser Studie gezogen werden können und warum es sich lohnt, bestimmte Krankenzusatzversicherung abzuschließen, lesen Sie in dem nachfolgendem Text.

PKV-Versicherte, Ältere und Männer zufriedener

Die Studie zeigt, dass privat Versicherte (73 Prozent) deutlich zufriedener mit dem Gesundheitssystem sind als GKV-Versicherte. Ebenso sind die gesetzlich versicherten Männer und Versicherte der Altersgruppe 60 Plus zufriedener mit den Leistungen des Gesundheitswesens als vergleichsweise Frauen oder junge Versicherte. Dr. Markus Kremer, Vorstand der Continentale, meint in einer Pressemitteilung vom 20. Oktober 2016: „Offenbar reagieren die gesetzlich Versicherten immer dann sehr deutlich, wenn sie eine direkte Kostenbelastung bemerken.“ Diese dürfte dieses Jahr stattgefunden haben, da zum 01. Januar 2016 viele der gesetzlichen Krankenversicherungen ihren Zusatzbeitrag erhöht haben. Dieser wird durch zusätzliche Leistungen, jedoch auch mit verbundenen zusätzlichen Kosten dem Versicherten berechnet. Auch im Jahr 2017 wird es bei vielen Kassen Beitragserhöhungen geben.

Durch die Zusatzbeiträge waren acht Prozent der GKV-Versicherten unzufriedener als bei der letzten Studienerhebung 2015. Ähnliche Situationen gab es auch in den Jahren 2004 sowie 2011. Im Jahr 2004 mussten alle gesetzlich Versicherten das erste Mal die Praxisgebühr bezahlen und im Jahr 2011 verlangten viele Kassen zusätzliche Beiträge, obwohl in jenem Jahr bereits der allgemeine Krankenkassenbeitrag angestiegen war.

Der Blick in die Zukunft ist für 80 Prozent der GKV-Versicherten eher pessimistisch. Kaum einer glaubt, dass eine medizinische Versorgung allein durch die gesetzlichen Kassen zu bewerkstelligen ist. Die Leistungsgarantie unterscheidet sich zum Beispiel bei PKV- und GKV-Versicherten stark: Einmal abgeschlossene Leistungen bei der PKV sind garantiert, bei der GKV ist dies leider nicht der Fall. 57 Prozent der gesetzlich Versicherten glauben allerdings, dass es eine Leistungsgarantie gäbe. Hier zeigt sich, dass die Bevölkerung über bestimmte Regelungen wenig weiß und schlecht informiert ist. Gerade junge Versicherungsnehmer gesetzlicher Kassen sollten sich über Zusatzversicherungen erkundigen, da sie von einem frühen Vertragsabschluss profitieren.

Erkenntnisse aus der Studie

Aktuell sind 60 Prozent der befragten GKV-Versicherten zufrieden mit dem deutschen Gesundheitswesen. Viele geben an, dass Krankenzusatzversicherungen wichtig für die Zukunft sind, insbesondere der Zusatzschutz im Pflegefall, die zahnärztliche Vorsorge sowie für Behandlungen bei Hausärzten als auch Fachärzten. Berufstätige schließen häufig Arbeitsunfähigkeitsversicherungen ab. Deutlich weniger wichtig empfinden die Versicherungsnehmer die private Vorsorge im Krankenhaus.

Tatsächlich sind jedoch nur wenige der GKV-Versicherten zusatzversichert. Die meisten erachten es zwar als notwendig, jedoch bleibt das konkrete Handeln aus. Daher besitzen lediglich vier Prozent der Versicherten eine Pflegezusatzversicherung und nur 21 Prozent besitzen eine Zahnzusatzversicherung.
Die Einschätzung der Bevölkerung über Krankenzusatzversicherungen ist oftmals falsch. Viele denken, dass ausschließlich Rentner sowie Pensionäre zusätzliche Krankenversicherungen abschließen sollten, da hier der Bedarf einfach höher ist. Schlusslicht bilden ihrer Meinung nach sowohl Auszubildende als auch Studenten.

Ein Paradoxon: Denn genau dieser Personenkreis ist im richtigen Alter! Den benötigten Zusatzschutz können gerade junge Menschen zu deutlich besseren Konditionen abschließen als ältere Menschen. Viele der jungen Menschen wollen ihr Leben durch Funsportarten bereichern, machen sich aber um mögliche gesundheitliche Konsequenzen kaum Gedanken.
Wer erst im Rentenalter eine Zusatzversicherung abschließt, muss von höheren Beiträgen ausgehen. Zudem besteht das Risiko von Leistungskürzungen oder Ablehnungen der Versicherer, weil Vorerkrankungen bestehen.

Bedeutung von Krankenzusatzversicherungen

Krankenzusatzversicherungen stehen als Ergänzung zu den heutigen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen immer mehr im Fokus. Wer sich und seine möglichen Bedürfnisse bewusst wahrnimmt und danach seinen Bedarf analysiert, wird an einer privaten Krankenzusatzversicherung kaum vorbei kommen.

Viele Versicherte kennen die Bedeutsamkeit der zusätzlichen Absicherung, sehen aber momentan keinen Bedarf an einer privaten Krankenzusatzversicherung. Dabei sollte der Zusatzschutz besonders in jungen Jahren abgeschlossen werden. Wer im Alter von besseren Leistungen profitieren möchte, der sollte nicht zu lange mit einem entsprechenden Abschluss einer Krankenzusatzversicherung warten.

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