Private Krankenversicherungen – Aktuell

Allgemeines

Eine Krankenversicherung ist in Deutschland für jedermann verpflichtend.
Im Jahr 2010 sind ca. 90% der Einwohner gesetzlich und nur ca. 10% privat versichert.
Denn nicht jeder kann sich privat versichern lassen.
Die Voraussetzungen für den Beitritt in eine private Krankenversicherung (PKV) sind nicht nur finanzieller Art.

Allgemeine Voraussetzungen

Der gesundheitliche Zustand ist eines der wichtigsten Kriterien für eine Aufnahme in eine PKV. Denn anders als gesetzliche Krankenversicherungen können private Krankenversicherungen einen Antragsteller aufgrund von bereits vorhandenen gesundheitlichen Mängeln komplett ablehnen.
Des Weiteren bestimmt das Einkommen des Antragstellers eine große Rolle, solange es sich nicht um einen Beamten, Selbstständigen oder Freiberufler handelt, denn diese können sich unabhängig von ihrem Einkommen privat versichern lassen.

Voraussetzungen für Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer kann man sich seit dem 31. Dezember 2002 nur dann privat versichern lassen, wenn das Gehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) oder auch Versicherungspflichtgrenze von derzeit 4162,50€ übersteigt. Dies muss seit der Gesundheitsreform von 2007 in mindestens drei aufeinander folgenden Jahren nachgewiesen werden.
Die JAEG variiert je nach Veränderung der Bruttogehälter von Arbeitnehmern von Jahr zu Jahr.

Unterschied zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung

Zum Einen haben privat Versicherte die Möglichkeit sich ihren Arzt selbst auszusuchen und sind nicht wie gesetzlich Versicherte auf die Auswahl eines Vertragsarztes beschränkt.
Des Weiteren können Mitglieder einer PKV bei einem Krankenhausaufenthalt Einzelzimmer und die Behandlung durch den Chefarzt beantragen, wohingegen Mitglieder einer GKV keinen Anspruch auf die Bezahlung solcher Sonderleistungen haben, im Gegenteil, sie müssen auch für den Aufenthalt im Krankenhaus bei Standartbehandlung 10€ beisteuern, solange sie 14 Tage Aufenthalt pro Jahr in einem Krankenhaus nicht überschreiten, ansonsten werden die geforderten Zuzahlungen höher.
Nutzen privat Versicherte die Leistungen, die ihnen zustehen nicht aus, so kommt es sogar zu Beitragserstattungen, was bei einer gesetzlichen Krankenversicherung sicher nicht der Fall ist.
Auch bei Medikamenten werden vom Patienten mit einer GKV Eigenleistungen verlangt, wohingegen „Privatpatienten“ sogar entsprechend ihres Tarifes auch Leistungen eines Heilpraktikers und Zahnfüllungen mit Keramik oder Gold beantragen können. Bei gesetzlichen Versicherten muss die Behandlung dagegen stets zweckmäßig sein, sodass eine Zahnfüllung mit Amalgam oder Kunststoff erfolgen würde.
Besonders Beamte sind bei einer PKV gut aufgehoben, da sie teilweise bis zu 80% ihrer Beiträge von ihrem Dienstherrn erstattet bekommen und sie keinesfalls abgelehnt werden können.
Doch trotz dieser vielen Vorteile einer PKV gibt es auch einige, vor allem finanzielle, Nachteile.

Nachteile einer privaten Krankenversicherung

Nicht nur mit zunehmendem Alter steigen die jährlichen Beitragssätze ganz im Gegenteil zur gesetzlichen KV, sondern auch dann, wenn eine chronische Krankheit bereits vor Eintritt in die private KV erkannt wurde, fallen die Beiträge deutlich höher aus.
Frauen müssen aufgrund der höheren Lebenserwartung erhöhte Beiträge zahlen und sind im Falle einer Schwangerschaft und folgender Elternzeit nicht von der Zahlung der Beiträge befreit, sondern müssen zudem jedes Familienmitglied individuell versichern, was bei mehreren Kindern zu einem großen Kostenfaktor werden kann, wohingegen Kinder bei der GKV bis zum Alter von 18 Jahren kostenfrei bei ihren Eltern mitversichert sind.

Ob nun eine private Krankenversicherung oder eine gesetzliche Krankenversicherung die bessere Wahl ist, muss jeder für sich selbst entscheiden und sollte die Angebote verschiedener Versicherungen genau vergleichen.