Heuschnupfen – Pollenflugkalender und Medikamente

Heuschnupfen, wenn die Pollen zu Quälgeistern werden

Viele Bundesbürger werden Jahr für Jahr von Heuschnupfen geplagt. Die Bezeichnung „Heuschnupfen“ kommt von der Allergie gegen Gräser, die sich bei Allergikern durch Erkältungssymptome bis hin zu Fieber äußern kann. Es gibt jedoch weit mehr Allergien als die „gegen Heu“. Alles, was draußen in der Natur blüht, kann bei Menschen eine allergische Reaktion hervorrufen. Dies können die Pollen von Birken, von Roggen, von Gräsern und vielem mehr sein.

Die Symptome dieser Erkrankung werden hervorgerufen durch Histamin, welches der Körper als Reaktion auf den Pollenflug produziert. Einfach erklärt glaubt der menschliche Körper, in den Pollen Eindringlinge zu erkennen und schüttet deshalb Histamin aus, welches für das Anschwellen der Schleimhäute verantwortlich ist. Zusätzlich fährt der Körper das Immunsystem komplett hoch.
Das Anschwellen der Schleimhäute kann dann die folgenden Körperreaktionen bewirken: Schnupfen, Halsschmerzen, tränende, juckende und brennende Augen bis hin zu Fieber. Da diese Symptome denen einer Erkältung sehr ähneln, ist es für Ärzte schwer, darin eine Allergie zu erkennen. Die allergische Reaktion kann außerdem zu juckenden Hautausschlägen bis hin zu Neurodermitis führen.

Eine wirkliche Heilung von Heuschnupfen gibt es bis heute nicht. Entsprechende Medikamente und Behandlungen können jedoch dabei helfen, die Symptome des Heuschnupfens in den Griff zu bekommen.

Wann befinden sich Pollen in der Luft?

Heuschnupfen Pollenflug KalenderDer Pollenflugkalender zeigt, dass Heuschnupfen bereits Anfang März, wenn die ersten Pflanzen zu blühen beginnen, starten kann. Mitunter können sich bereits im Februar Symptome zeigen. Immer wenn der Winter mild ist und die Pflanzen früher blühen als saisonal üblich, sind Menschen zu unterschiedlichen Zeiten betroffen. Der Pollenflug geht bei mildem Wetter bis in den Herbst hinein. Je nach auslösenden Pollen kann ein Allergiker folglich von März bis September betroffen sein.

Allergiker, die auf Pollen reagieren, sollten dies nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aus einem anfangs harmlosen Heuschnupfen kann sich, unbehandelt oder falsch behandelt, im Laufe der Zeit Asthma entwickeln, das chronisch werden kann. In diesem Fall wird nicht nur gegen die Allergie angekämpft, sondern auch noch gegen deren Folgeerkrankung.

Welche Mittel gibt es? Verschreibungspflichtige Arzneimittel, OTC-Medikamente oder doch lieber die homöopathische Behandlung?

Die Behandlung von Heuschnupfen ist auf verschiedenen Wegen möglich. Zum einen gibt es die Behandlung mit Medikamenten, sogenannten Antihistaminika, welche versuchen, das ausgeschüttete Histamin im Körper zu unterdrücken. Zum anderen besteht die Möglichkeit der Akupunktur, um die Symptome für längere Zeit ohne die Einnahme von Medikamenten in den Griff zu bekommen.

Außerhalb der Zeit des Pollenflugs ist zudem eine Desensibilisierung möglich, um in der Zeit, in der die Pollen fliegen, Ruhe zu haben. Diese Behandlung läuft meist über mehrere Jahre und muss regelmäßig wieder aufgefrischt werden.

Auch in der Homöopathie gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gegen die allergische Reaktion auf Gräserpollen, Birkenpollen und Co.

Welche Behandlung am Ende genutzt wird, liegt in der Entscheidung des Einzelnen. Unbehandelt sollte der Heuschnupfen auf keinen Fall bleiben, da eine Folgeerkrankung wie Asthma oder Neurodermitis die ganze Sache noch schlimmer machen kann.

Welches sind die gebräuchlichsten Medikamente gegen Heuschnupfen?

Frau niest in ein Taschentuch

Im Bereich der Antihistaminika gibt es zahlreiche verschiedene Medikamente, die in den unterschiedlichsten Darreichungsformen angeboten werden. Bei jedem Medikament ist darauf zu achten, ob dies bereits vor Beginn bzw. spätestens zum Beginn der eigenen allergischen Zeit eingenommen werden muss oder ob es als Mittel gegen akute Reaktionen ohne Vorlaufzeit eingenommen werden kann. Ein solches Mittel ist beispielsweise Licocab Direkt, das es als Nasenspray und als Augentropfen gibt. Es wird in den Apotheken sowohl als Einzelpräparat als auch in einer Kombipackung verkauft. Lesen Sie sich vor Einnahme immer die Packungsbeilage des Medikaments durch!

Welche Mittel gibt es?

Wir möchten Ihnen hier einen kurzen Überblick anhand der getesteten Präparate von Stiftung Warentest geben. Natürlich gibt es noch weitere Medikamente und Anbieter, beispielsweise auch Nachahmerpräparate, Generika genannt. Hierbei handelt es sich um Medikamente, deren Patentschutz ausgelaufen ist und die dadurch frei produzierbar sind.

Medikamente zur Einnahme:

Die Wirkstoffe Cetirizin und Loratadin – beides sind Antihistaminika der sogenannten zweiten Generation. Sie blocken die Histaminrezeptoren und verringern dadurch die ungewünschten Körperreaktionen. Positiv zu bemerken ist, dass sie nur eine geringe Müdigkeit hervorrufen. Folgende Medikamente sind zur Einnahme bestimmt:

• Cetrizin AL (75 ml, Sirup bzw. Saft)
• Loratadin ADGC (20 Tabletten)
• Cetrizin ADGC (20 Tabletten)

Nasenspray, Augentropfen und Kombipackungen:

Laut Stiftung Warentest konnten folgende Mittel mit den Wirkstoffen Cromoglicinsäure und Lodoxamin überzeugen. Diese Stoffe verhindern die Freisetzung des Histamins aus den Mastzellen. Dadurch ist eine vorbeugende und langfristigere Einnahme der Medikamente möglich, ohne den Schleimhäuten zu schaden. Diese Medikamente werden häufig schon 14 Tage vor dem voraussichtlichen Allergiebeginn eingenommen.

• Crom ophtal (15 ml, Nasenspray)
• Dispacromil (20 Pipetten, Augentropfen)
• Cetirizin 1A Pharma (10 ml, Augentropfen)
• Dispacromil sine EDP (20 Pipetten, Augentropfen)

Medikamente zur akuten Anwendung:

Zur akuten Anwendung zählen Medikamente mit den Wirkstoffen Azelastin und Levocabastin. Beides sind Antihistaminika der zweiten Generation. Laut Stiftung Warentest sollte jedoch darauf geachtet werden, konservierungsstofffreie Medikamente zu kaufen, denn diese können selbst Allergien auslösen, greifen die Hornhaut an oder schädigen die Flimmerhärchen der Nasenschleimhaut.

• Allergocrom (10 ml, Augentropfen / 15 ml Nasenspray als Kombipackung)
• Allergodil akut Duo (4 ml Augentropfen / 10 ml Nasenspray als Kombipackung)

In der naturheilkundlichen Behandlung wird oft die Einnahme von den Vitaminen A und C empfohlen. Prophylaktisch versprechen dagegen auch die Behandlungen mit Eigenblut, Akupunktur und mit der Bioresonanztherapie Erfolge. Vor pflanzlichen Mitteln wird dagegen häufig gewarnt, weil Sie selbst Allergieauslöser sein können. Homöopathisch arbeitet man oftmals mit dem Simileprinzip, d. h. mit Stoffen, die beim gesunden Menschen ähnliche Reaktionen hervorrufen wie Heuschnupfen. Diese Mittel sind dann je nach auftretendem Symptom:

• Luffa operculata
• Allium cepa
• Euphrasia
• Formica rufa
• Acidum formicicum

Neben der Einnahme homöopathischer Mittel besteht die Möglichkeit der Behandlung mit Akupunktur. Diese ist bei Heilpraktikern, bei Ärzten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sowie bei immer mehr Ärzten, die neben ihrer schulmedizinischen Ausbildung entsprechende Ausbildungen in Naturheilverfahren gemacht haben, möglich.

Pollenflugkalender

Der Pollenflug ist je nach Pflanzenart in einer unterschiedlichen Jahreszeit. Es wird von einer Hauptblüte, in welcher die Belastung durch die Pollen besonders stark ist, sowie von einer Vor- und einer Nachblüte gesprochen.

Die gängigen Pollenflugkalender zeigen die Vor-, Nach- und Hauptblüte folgender Pflanzen auf: Hasel, Erle, Pappel, Weide, Esche, Hainbuche, Birke, Buche, Eiche, Kiefer, Gräser, Spitzwegerich, Roggen, Beifuß und Taubenkraut.

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