Xylit – mit Zuckerersatz zur Zahngesundheit

Zucker schadet den Zähnen – Xylit nicht!

Dass der Zuckerersatzstoff Xylit die ersehnte Fusion von Zahngesundheit und Süße schaffen könnte, ist ein eher neuer Ansatz. Wir klären auf, was Sie über den Zuckerersatzstoff wissen sollten.

Wieso Zucker Karies hervorruft

Unsere natürliche Mundflora besteht aus unterschiedlichen Bakterien und Pilzen. Viele davon zählen zur Bakteriengattung Streptokokken, so zum Beispiel Streptococcus mitis, sanguis oder salivarius. Karies entsteht durch das Zusammenwirken von kariogenen Mikroorganismen. Bakterien in der sogenannten Plaque greifen mit ihren Stoffwechselprodukten den Zahnschmelz an und verursachen dadurch Löcher in den Zähnen.

Xylit und Stevia ZuckerersatzDie Bakterienart Streptococcus mutans gilt als wichtigster Karieskeim und bildet extrazelluläre Glukanpolymere aus der Saccherose im Speisebrei. Durch diese Stoffe heftet sich das Bakterium an den Zahnschmelz, wo es vor allem die Zahnhälse besiedelt und durch seine Ausscheidungen Zahnfleischentzündungen sowie Parodontitis hervorruft. Kohlehydrate werden von dem Bakterium zu Milchsäure verstoffwechselt. Der pH-Wert der Mundflora fällt daraufhin ab und die Zähne demineralisieren. Außerdem ist das Bakterium dazu in der Lage, die IgA-Antikörper des Menschen zu deaktivieren und auf diese Weise das Immunsystem zu schwächen. Karies, Parodontitis sowie immunologische Schwächung sind dadurch eng miteinander verwandt und haben oft einen Befall mit Bakterien der Spezies Streptococcus mutans zur Ursache.

Zuckerersatzstoff, der Gesundheit zuliebe

Nur rund ein Prozent aller erwachsenen Deutschen sind kariesfrei. Da Bakterien wie das Hauptkariesbakterium Streptococcus mutans Kohlehydrate für ihren Stoffwechsel benötigen, sind Stärke und vor allem Zucker Gift für die Zähne. Der Deutsche nimmt im Jahr durchschnittlich 70 Kilogramm Zucker zu sich. Nur zehn Prozent der täglichen Energie sollten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) allerdings in Form von Zucker konsumiert werden. Statt sich mit den empfohlenen 50 Gramm Zucker den Tag zu versüßen, verwenden die Deutschen laut Verbraucherservice Bayern tagtäglich oft die doppelte Menge. So ist es nicht immer gewesen: 1800 wurden nur fünf Kilogramm Zucker pro Jahr konsumiert. Zur Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert waren es 40 Kilogramm. Die Zuckersucht ist seither im Anstieg, dasselbe gilt für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zahnerkrankungen.

Zuckerersatzstoff Stevia – Experten warnen vor Überdosierung

Immer häufiger greifen Gesundheitsbewusste der Zahngesundheit und Kalorienbilanz zuliebe mittlerweile auf Zuckerersatzstoff zurück. Neben Stevia sind vor allem Honig und Dicksäfte als natürliche Zuckeralternativen bekannt. Die Langzeitwirkung vieler Ersatzstoffe ist bislang nicht abschließend erforscht. Da Produkte wie nullkalorischer Stevia aus den Blättern der Stevia-Pflanze außerdem Verdauungsstörungen hervorrufen, bleiben viele Experten gegenüber dem Zuckerersatz skeptisch. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) warnt im Zusammenhang mit Stevia zum Beispiel vor Überdosierung: Lediglich vier Milligramm Steviolglycosid pro Kilogramm des eigenen Gewichts seien unbedenklich.

Dicksäfte und Honig haben gesundheitliche Tücken

Auch Dicksaft hat als Zuckerersatzstoff seine Tücken. Zwar enthalten die damit versetzten Produkte Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine und geben ihren Zucker zugunsten des Insulinspiegels nur langsam ab, aber Dicksäfte können den Dünndarm überlasten. Laut der Yale University fördert die enthaltene Fructose sogar Übergewicht und Diabetes. Auch Honig kann mit 25 Prozent weniger Kalorien als Zuckerersatzmittel eingesetzt werden, jedoch begünstigt der natürliche Stoff auch Allergien und ist darüber hinaus gerade für Zahngesundheit noch störender als Zucker.

Gesunde Zähne durch das Zuckeralkohol Xylit

Eine eher neue Zuckeralternative ist Xylit (auch Xylitol), ein sogenanntes Zuckeralkohol (Polyol). Der Zuckerersatzstoff süßt bei halber Kalorienzahl in etwa genau so stark wie raffinierter Zucker. Xylit findet sich in natürlichen Gemüsearten wie Beeren, im Holz der Birke und sogar im menschlichen Körper: Verdauungsbakterien bilden den Zuckeralkohol bei der Verstoffwechselung von Kohlehydraten. Erst im Dickdarm wird das organische Polyol wieder abgebaut.

Xylit in Zahngesundheitsprodukten

Studien legen mittlerweile nahe, dass Xylitol vor allem die Zahngesundheit unterstützen kann. Aus diesem Grund ist der Zuckeralkohol in vielen Zahngesundheitsprodukten enthalten. Xylitol kann eine nachweisliche Reduktion von Streptococcus mutans innerhalb der Plaque und des Speichels bewirken. Offenbar stört Xylit nämlich die Stoffwechselprozesse des Kariesbakteriums und löst damit ein Zellsterben aus. Die Mikroorganismen haften durch Xylitol weniger an den Zahnoberflächen. Das Säureproduktionspotenzial der Bakterien wird außerdem reduziert. Xylit-Pastillen und -Kaugummi stimulieren zusätzlich die Mineralisierung der Zähne.

Zuckeralkohole erschweren den bakteriellen Stoffwechsel

Orale Bakterien können Xylit anders als andere Zuckerersatzstoffe nicht verstoffwechseln. Die Kariesbakterien dephosphorylieren Xylit-Moleküle zwar, können sie aber nicht weiterverwerten und stoßen sie wieder aus. Damit haben sie durch das Polyol hohe Energiekosten anstatt eines Energiegewinns. Xylit hemmt auf diese Weise das Wachstum der Bakterien und hält sie von ihren normalen Stoffwechselprozessen ab. Karies und Parodontitis ist damit die Basis genommen. Da der Stoff auch in der Kalorienbilanz gut abschneidet und rund 40 Prozent weniger kalorisch ist als Zucker, greift man auch in der Abnehmindustrie immer häufiger auf Xylit zurück.

Maßvolle Xylit-Anwendungen für bessere Zahngesundheit

Viele Gesundheitsbewusste nehmen nach jeder Mahlzeit einen halben Teelöffel Xylit oder einen Xylit-Kaugummi zu sich. Zum einen steigert dieses Vorgehen die Speichelproduktion und verändert so den pH-Wert im Mund. Zum anderen werden die Kariesbakterien durch die Prozedur an ihrer Arbeit gehindert. Der veränderte pH-Wert verhindert außerdem die Anheftung der Bakterien an die Zähne. Die Zahnoberfläche wird bei regelmäßiger Anwendung geglättet und mit Mineralstoffen aus dem Speichel remineralisiert. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat gegen die maßvolle Anwendung von Xylitol keine gesundheitlichen Bedenken. Allerdings können Zuckeralkohole in größeren Mengen Durchfall verursachen. Daher auch Xylit bitte nicht maßlos anwenden.

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