Rote Zahlen bei Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen sind nach einem negativen ersten Halbjahr, nun auch im dritten Quartal weiterhin im Minus. Auf Deutschlands Gesundheitsmarkt müssen die Krankenversicherungen immer mehr für Leistungen ausgeben. Insbesonderen sind die Kosten für Arzneimittel in diesem Jahr deutlich angestiegen. Durch das bevorstehende Jahresende und die damit verbundenen Weihnachtsgelder und Gratifikationen hoffen die Krankenkassen auf zusätzliche Beitragseinnahmen. So könnte die abschließende Jahresbilanz noch teilweise ausgeglichen werden.

Zwar haben nicht alle, jedoch die meisten deutschen Krankenkassen rote Zahlen geschrieben. Alleine die Ersatzkassen, zu denen die drei größten Barmer, DAK und Techniker gehören, und die Innungskrankenkassen (IKK) erwirtschafteten ein Defizit von über einer halben Milliarde Euro. Die negative Tendenz aus dem ersten Halbjahr konnte somit nicht aufgehalten werden, sondern verstärkte sich bei vielen Kassen sogar noch.

Der geringe Anstieg der Einnahmen der Krankenkassen durch die Beiträge der Mitglieder konnte nicht die steigenden Leistungsausgaben, vor allem für Arzneimittel, decken. Allerdings bestehen noch Chancen auf ein ausgeglichenes Ergebnis am Jahresende. Zum einen wird die zweite Rate des Bundeszuschusses von 445 Mio. Euro zum Jahresende überwiesen und zum anderen gibt es zusätzliche Beitragseinnahmen durch das Weihnachtsgeld.

Sollte der gesetzlichen Krankenkasse keine ausgeglichene Bilanz gelingen, würde das erste Jahr des Gesundheitsfonds mit einem Defizit enden. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass zusätzlich zum am 1. Januar startenden Einheitsbeitrag in Höhe von 15,5 Prozent noch Zusatzbeiträge von den gesetzlich Krankenversicherten verlangt werden müsste. Eine weitere Mehrbelastung die den Wettbewerb zwischen den Kassen anheizen dürfte.

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