Neue Gesundheitskarte

Rund sieben Jahre nachdem über die Einführung einer elektronischen Versicherungskarte erstmalig gesprochen wurde, ist es nun seit Ende 2011 soweit. Die gesetzlichen Krankenversicherungen verschicken die neuen Gesundheitskarten. Neben dem Nachweis der Krankenversicherung sollte sie eigentlich so viel mehr können: Sie soll einen Nachweis über die gesetzliche Krankenversicherung enthalten, Medikamentenverordnungen, einen elektronischen Arztbrief und vieles weitere mehr. Aus Datenschutzgründen und am Widerstand der Ärzte sind nun zwei der wesentlichen Innovationen, die diese Karte mit sich bringen sollte, gescheitert. Der elektronische Arztbrief und das elektronische Rezept. Das einzige Novum an der neuen Gesundheitskarte sind die erhöhten Kosten wie auch das neue Passbild, dass in die Gesundheitskarte mitgedruckt wurde.

Gesundheitskarte – sinnlos statt revolutionär?

Nachdem es vor rund zehn Jahren zu tödlichen Wechselwirkungen bei einer bestimmten Medikamentenverschreibung mit anderen Arzneimitteln gekommen war, reifte der Plan, die elektronische Patientenkarte zu verbessern. Patienten, die mehrere Medikamente einnehmen sollten so vor möglichen Wechselwirkungen durch mehrere Verschreibungen geschützt werden. Würde es zu Problemen kommen, würde dies an der Stelle der Ärzte oder der Apotheker herauskommen.

Ein weiterer Grund, der für die Etablierung der neuen Gesundheitskarte sprach, ist, dass bei der Überweisung von einem Arzt zum anderen oft nicht über bereits durchgeführte Untersuchungen unterrichtet wird. Um eine Mehrfachbelastung von Ärzten und Patienten zu vermeiden, wäre der elektronische Ärztebrief eine gute Innovation gewesen. Jeder der Ärzte ist über Befunde vorheriger Ärzte im Detail informiert.

Die gesetzlichen Krankenkassen sind nun dabei diese elektronische Versichertenkarte einzuführen, jedoch ohne diese innovativen Zusätze. Dies ist vor Kurzem bekannt geworden, als die gesetzlichen Krankenkassen von ihren Patienten ein Passbild eingefordert haben. Geradezu wie ein Schildbürgerstreich mutete die Begründung der gesetzlichen Krankenkasse an, warum die neuen Gesundheitskarten Ende 2011 verschickt wurde: Bis Ende des Jahres mussten die Krankenkassen 10 % ihrer Mitglieder mit diesen Ausweisen ausgestattet haben, ansonsten würde den gesetzlichen Krankenkassen die Kürzung des Verwaltungsbudgets drohen.

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