Abschluss einer Altersvorsorge gut bedenken
Verbraucherschützer im Land Nordrhein-Westfalen monierten vor Kurzem die Beratungspraxis einiger Berater. Viele Versicherungsvermittler würden so beraten, dass sich Ihre Kunden im Zweifelsfall verschuldet hätten, wenn Sie die empfohlenen Versicherungen abgeschlossen hätten. Nehmen Sie den Fall einer Studentin an, die rund 800 Euro monatliches Einkommen vorzuweisen hätte – BaföG und gelegentliche Zuwendungen Ihrer Eltern. Nach Abzug der Lebenshaltungskosten bleiben ihr rund 100 Euro. Würden Sie von dieser Studentin verlangen, dass sie 40- 100 Euro monatlich in eine Altersvorsorge investieren soll? Natürlich nicht, denn es könnten immer wieder Kosten anfallen, die unerwartet einen größeren Betrag kosten, z.B. die Reparatur eines PCs. Die Versicherungsvermittler in einer Studie der Verbraucherschützer haben von dieser Studentin die Investition von 40- 100 Euro im Monat verlangt, damit würde langfristig ihre finanzielle Planung in Bedrängnis geraten. Es soll nicht darum gehen, die Beratungspraxis generell anzuprangern, vielmehr können Sie hiervon lernen, dass der Abschluss einer Versicherung nicht überstürzt werden sollte.
Ebenso ist es eine häufig zu beobachtende Praxis, dass Berufsanfängern gerne das Komplettpaket von Riester-Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung verkauft werden soll, ohne zu fragen, ob das Geld auch mit den Kosten für diese Versicherungen für die laufenden Kosten ausreichen würde. Ganz zu schweigen davon, dass es auch keinen Spaß machen dürfte, an jedem Monatsende jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen. Prinzipiell macht es Sinn, eine Versicherung so früh wie möglich abzuschließen, denn auf diese Weise werden wichtige Zinsen und Zinseszinsen gesammelt. Ein ausgeglichener privater Haushalt ist jedoch in jedem Fall gegenüber noch so verlockenden Zinsen und Zinseszinsen vorzuziehen.
Was können nun Interessenten an einer Versicherung tun, um sich gegen derartig unlautere Praktiken vonseiten der Versicherungsvermittler zu schützen? Zunächst: Rechnen Sie Ihre monatlichen Finanzen gründlich und realistisch durch. Skeptisch sollten Sie werden, wenn ein Finanzdienstleister sich dagegen nicht dafür interessiert, ob und wie Sie mit Ihren Finanzen zurechtkommen. Wenn man Sie nun auch noch dazu drängen will, einen Vertrag abzuschließen oder auch noch eine bestehende Liquiditätsreserve aufgebraucht werden soll, um eine Versicherung abzuschließen, dann sollten bei Ihnen alle Alarmglocken läuten.
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