Rote Ampel für die Riester-Rente
„Bei rot stehen, bei gelb schauen und bei grün gehen“ – diesen oder einen ähnlichen Merkspruch kennt jeder. Die Hamburger Verbraucherzentrale hat sich daran erinnert und einen Ratgeber herausgegeben, der eine kurze Bewertung der auf dem Markt erhältlichen Versicherungsprodukte geben soll. In Ampelform werden Tipps gegeben, ob der Abschluss eines Produktes für die individuelle Altersvorsorge sinnvoll ist. Da die Verbraucherzentrale vielen Produkten – z.B. der Riester-Rente – das Prädikat „nicht empfehlenswert“ gegeben hat, kam es zu Verstimmungen mit der privaten Versicherungswirtschaft: Gerade weil die Riester-Rente auch von staatlicher Seite als ein solides Produkt für die private Altersvorsorge empfohlen wird. Die Frage ob ein solches Pauschalurteil über die Riester-Rente sinnvoll ist, bleibt offen.
Während Vertreter der privaten Versicherungswirtschaft darin ein unzulässiges Pauschalurteil sehen, sind die Verbraucherschützer der Meinung, über wesentliche Risiken eines Produktes müsse aufgeklärt werden. Das leuchtet ein, z.B. kann gesagt werden, dass die Riester-Rente sich besonders für kinderreiche Familien mit einem geringen Einkommen lohnt, denn die staatlichen Grund- und Kinderzulagen übertreffen oft die eingezahlten Beiträge.
Die Frage welches Produkt der Riester-Rente wirklich empfehlenswert ist, kann hingegen nicht pauschal beantwortet werden. Auf den ersten Blick scheinen sich alle Angebote der Riester-Rente sehr ähnlich zu sein, es wird eine Garantieverzinsung von 2,75 % gewährt. Unterschiede bestehen in der Frage, wie groß die tatsächliche Rendite ist, die von dieser Garantieverzinsung übrig bleibt. Die Versicherungsgesellschaft zieht anfallende Kosten von der Verzinsung ab: Es kann im ungünstigsten Fall nur eine Rendite von rund 1,5% übrig bleiben. Da eine Riester-Rente oft eine Laufzeit von mehreren Jahrzehnten hat, kann dies deutliche Effekte auf die tatsächliche Auszahlung haben.
Ähnlich ist auch die Frage zu beantworten, ob eine Riester-Rente mit Wertpapieren empfehlenswert ist: Dies hängt vor allem von der geplanten Laufzeit der Versicherung ab. Ein Wertpapieranteil empfiehlt sich bei einer längeren Laufzeit, denn mögliche Kursschwankungen lassen sich oft nur über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten ausgleichen. Bei kürzeren Laufzeiten sollte eine „konservative“ Anlageform für die private Altersvorsorge bevorzugt werden.
Für Fragen im Detail rund um die Riester-Rente lohnt es sich, eine gründliche und kompetente Beratung bei einem unabhängigen Versicherungsexperten einzuholen, welche Vor- und Nachteile der Abschluss einer Riester-Rente im konkreten Fall für sie bringt.
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