Kritik an Rentenerhöhung
Die von der großen Koalition geplante Erhöhung der Renten in Deutschland um 1,1 Prozent ist von verschiedenen Seiten kritisiert worden. Die überplanmäßige Erhöhung würde die Glaubwürdigkeit der Reformen in Frage stellen, sagte zum Beispiel Bert Rürup. Er forderte, das an der bisherigen festgelegten Rentenformel festgehalten werden sollte. Gewerkschaften und Sozialverbände begrüßten hingegen die angekündigte Erhöhung im Grundsatz, nannten sie gleichzeitig jedoch zu niedrig. Kritik kam auch aus der großen Koalition selbst, die am Freitag die Erhöhung der Renten beschlossen hatte.
Die schwarz-rote Koalition hatte angekündigt, das in diesem und dem nächsten Jahr der sogenannte “Riester-Faktor” ausgesetzt werden soll. Der Faktor sorgt für eine gerechtere Verteilung der Kosten für die Altersvorsorge zwischen den Generationen. Durch das Aussetzen erhöht sich die Rente statt um 0,46 Prozent nun um 1,1 Prozent. Dies ginge jedoch auf Kosten der jüngeren Generationen und bereitet daher teilweise Unmut in den koalitionseigenen Reihen. Zudem müssen die jetzigen Mehrausgaben in schlechteren Zeiten womöglich von den Bürgern und damit auch von den Rentnern in Form höherer Steuern zurückgezahlt werden.
Der Sozialverband VdK stärkt hingegen den rund 20 Millionen Rentnern den Rücken. Diese mußten inzwischen schon drei Nullrunden verkraften. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, nannte die beschlossene Rentenerhöhung nicht ausreichend. Deutschland würde auf eine dramatische Altersarmut zusteuern. Die Renten sollten wieder entsprechend der Wirtschaftskraft ansteigen, so DGB-Chef Sommer.
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