Kleine Rentenerhöhung

Die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland mussten vier lange Jahre warten und können nun erstmals wieder mit etwas mehr Geld rechnen. Zum 1. Juli soll die Rente um 0,54 Prozent steigen. Das ist nicht viel, wie sogar Sozialminister Franz Müntefering (SPD) einräumen musste. Bei 1000 Euro Rente beträgt die Erhöhung schließlich gerade einmal 5,40 Euro monatlich.

Die letzte Rentenanpassung war Mitte 2003. Damals wurden die Altersbezüge im Westen um 1,04 Prozent, im Osten um 1,19 Prozent angehoben. Anschließend folgten Nullrunden, da die Lohnentwicklung und Lage am Arbeitsmarkt nicht mehr zuließ.

Dass die Rente jetzt angehoben werden kann, liegt an Konjunkturbelebung, geringerer Arbeitslosigkeit und höheren Einkommen der Beschäftigten. Letztendlich werden sich die Rentner dadurch aber nicht mehr leisten können. Die Erhöhung gleicht aktuelle Mehrbelastungen durch Mehrwertsteuererhöhung und steigende Krankenkassenbeiträge nicht aus, so dass faktisch trotzdem weniger im Portemonnaie bleibt.

So ist es nicht verwunderlich das es direkt zu massiven Einwände von Seiten der Opposition, Gewerkschaften und Sozialverbände kam. Die Rentenerhöhung wurde als viel zu gering, als Mogelpackung oder auch als Trostpflaster bezeichnet. Wie sich die Renten in den nächsten Jahren entwickeln, bleibt abzuwarten. Nach großen Anhebungen sieht es jedoch zum jetzigen Zeitpunkt auch in Zukunft nicht aus, so daß eine zusätzliche Absicherung durch eine private Rentenversicherung weiter an Bedeutung gewinnt.

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